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Das Bett nach Feng Shui auszurichten, bedeutet mehr als nur eine Himmelsrichtung für das Kopfteil auszusuchen. Schritt 1: Alle Faktoren beobachten, die den Schlaf beeinflussen. Erst dann Schritt 2: passenden Ausgleich vornehmen mittels 5 Elemente und Yin/Yang-Balance. Mögliche Einflussfaktoren, die Feng Shui berücksichtigt: hausinterne Umgebung, direkte und weitere Umgebung, Yang-Überschuss durch Lebensgewohnheiten, Bettposition nach Ba Zhai/Kompassschule, Position des Bettes im Schlafzimmer (Schutz und Geborgenheit), Chronobiologie, Umwelteinflüsse sowie Yang-Überschuss im Raum. In diesem Artikel erhältst Du eine Liste mit Lösungen für die verschiedenen Ursachen von schlechtem Schlaf.
Springe direkt zum Kapitel:
1. hausinterne Umwelteinflüsse
2. Wie kann guter Qi-Fluss um das Haus herum Schlaf optimieren?
3. In welche Himmelsrichtung muss mein Bett gemäß Ba Zhai zeigen?
4. Warum hilft guter Qi-Fluss im Schlafzimmer, den Schlaf zu optimieren?
5. Warum kann Feng Shui über meine Gewohnheiten die Schlafqualität steigern?
6. Position des Bettes im Raum - Schutz und Geborgenheit im Bett
Ein oft nachgefragtes Thema im Feng Shui ist das Bett. Ich glaube, das Thema ist aus verschiedenen Gründen so populär. Erstens gibt es einen Makro-Trend: die Deutschen schlafen zunehmend schlechter. So hat zum Beispiel die Pronova BKK Schlafstudie aus dem Oktober 2024 (1) immerhin 2000 Menschen befragt. 41% gaben an, unter der Woche an 5 bis 7 Tagen gut zu schlafen - und erholsam aufzuwachen. Damit bleiben mehrheitliche 59% der Befragten, die ihren Schlaf unter der Woche als nicht ausreichend erholsam beschreiben. IKEA hat das Thema entdeckt und seit 2015 wiederholt in Werbekampagnen genutzt (u.a. „Mit kleinen Preisen für große Träume“, oder „Schlaf Dich wach“). Vielleicht sollte ich IKEA mal eine Kooperation anbieten (hmm). Zur Art des Bettes und der Matratze bekommst Du jedenfalls weiter unten wichtige Tipps.
Meiner Meinung nach ist das Thema Bett im Feng Shui aber auch aus einem zweiten Grund so populär. Die Menschen entwickeln nämlich abends im Schlafzimmer am ehesten ein Bewusstsein dafür, dass der Raum und ihre Umwelt „irgendwie“ einen Einfluss auf sie haben. Wer abends im Bett liegt und aus ihm (oder ihr) unerklärlichen Gründen nicht zur Ruhe kommt, der kommt ins Grübeln. „Was ist hier los?“ Manch einer bekommt sogar Angst davor, dass er (oder sie, schon klar) diese Nacht wieder schlecht schläft. Nicht einschlafen kann. Oder viel zu früh aufwacht. Und dann geht es los. Mit der Maßnahmen-Shotgun versuchen wir, in unterschiedlichen Graden der Verzweiflung, eine Lösung zu finden. Besagte Studie stellte fest, das ein Viertel der Befragten ärztlich verordnete Schlafmittel benutzt. Ein Viertel ! Wow. Das würde bedeuten, jeder Vierte kann ohne pharmazeutische Mittel nicht schlafen. Was ist da los? Muss das so sein? Ist es ein Phänomen unserer Zeit, dass Menschen auf natürlichem Weg keinen Schlaf finden? Wer (vor allem langfristig) Medikation braucht, um überhaupt schlafen zu können, ist weit entfernt vom „grünen Bereich“. Im grünen Bereich funktioniert der Körper weitgehend selbständig und kann sich selbst regulieren.
Zwischen der psychischen Gesundheit (im grünen Bereich) und Schlafstörungen besteht eine wechselseitige Beziehung. Dabei kann jeder der beiden Faktoren den anderen verstärken. Schlafstörungen sind häufig eine direkte Folge von psychischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder posttraumatischen Belastungsstörungen. Gleichzeitig erhöht dauerhafter Schlafmangel das Risiko für die Entstehung von Depressionen und Angstzuständen um etwa 60 % (2). Ein zentraler Mechanismus in diesem Zusammenhang ist „Hyperarousal“, ein Zustand erhöhter psychischer und physischer Erregung, der oft durch Stress ausgelöst wird. Als Feng Shui Berater nenne ich das einen Yang-Überschuss. Dieser Erregungszustand führt bei 62 % der Betroffenen zu einem nächtlichen Gedankenkarussell, bei dem Sorgen und Probleme das Einschlafen verhindern. Chronische Insomnie geht zudem häufig mit einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol einher, was die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse dauerhaft aktiviert. Besonders die Generation Z ist zunehmend von psychisch bedingten Schlafstörungen betroffen, da Leistungsdruck, Zukunftsängste und ständige digitale Erreichbarkeit zu einer hohen mentalen Aktivierung führen. Im Ayurveda würde man sagen, das Vata-Dosha ist erhöht (Vata-Vikriti). Ohne Behandlung kann ein Teufelskreis entstehen, in dem die Angst vor dem Nicht-Schlafen-Können die nächtliche Wachsamkeit und damit die Schlafstörung weiter verschlimmert. Vor allem junge Menschen aus der Generation Z geben an, Feng Shui für die Optimierung des Schlafes zu nutzen. Dabei bleibt aber unklar, was genau das bedeutet bzw. welche Feng Shui Anwendung wie angewendet wurde.
Doch bevor es zu einer ausgewachsenen Schlafstörung kommt, vor der man zurecht „Respekt“ haben und erste Anzeichen mit einem Arzt besprechen sollte, passiert wahrscheinlich noch eine Menge. Langsam. Schleichend. Der Vorteil:
wer sich selbst beobachtet und ernst nimmt, kann sich eigenverantwortlich selbst helfen,
um das Problem gar nicht erst zu einer schwerwiegenden Schlafstörung anwachsen zu lassen. Der Nachteil der sich langsam anbahnenden Problematik ist andererseits, dass sie kaum wahrgenommen wird - und in den meisten Fällen sowohl einer Änderung von Gewohnheiten, als auch der Schlafumgebung bedarf. Spoiler: Das Schlafzimmer zu gestalten ist für die meisten Menschen einfacher, als sich von eingebrannten Gewohnheiten zu verabschieden (menschlich, allzu menschlich).
Aktuell (2025) betont die klinische Definition (ICD-11) für Insomnia eine Chronifizierung. Die Symptome, die die Leistungsfähigkeit am Tag einschränken, müssen mindestens 3 Monate andauern. Das erwähne ich aus folgendem Grund. Natürlich kann das Umstellen eines Bettes allein keine ausgewachsene Insomnia heilen. Aber das muss es auch gar nicht! Eine klinisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Schlafstörung behandelt Menschen, die weit im roten Bereich leben. Dies ist, bei aller Dramatik der scheinbar steigenden Fallzahlen, eher die Ausnahme. Gerade junge Menschen wollen selbst etwas für Ihre Gesundheit tun. Sie wollen vorsorglich ihren Schlaf optimieren, anstatt nach ein paar Jahren Erwerbsleben ausgebrannt in eine Klinik gehen zu müssen, um die dann „notwendige Umkehr“ zu vollziehen und sich als psychischen Krankheitsfall behandeln lassen zu müssen. Ich finde, für unsere Gesellschaft und vor allem das deutsche Kranken - entschuldigung, Gesundheitssystem, sind das gute Neuigkeiten. Warum brauchen wir immer erst das ganz große Leid, um heilsame Änderungen vorzunehmen? (Auch das hat gute Gründe, siehe: menschlich, allzu menschlich). Meine „Mission“ besteht auch darin zu sagen: „nehmt Euch ernst, holt Euch Hilfe, hier muss keiner leiden, bis der Arzt kommt“. Und auch der oder die Ärztin ist ja auch nur ein Mensch, der nicht jeden Patienten mit einer Wunderpille heile machen kann. Das biete ich mit meinem Feng Shui: Probleme ernst nehmen und handeln, solange sie noch klein genug sind, um sie selbst regeln zu können.
Deshalb gebe ich Dir im Folgenden eine Auflistung von Problemen mit dem Bett, die mir in der Praxis schon begegnet sind. Sie ist nicht perfekt und „vollumfänglich“, weil nicht jedes Problem benannt werden kann. Ich betone es immer wieder: Dein Fall ist einzigartig. Jedes Problem ist neu. Deshalb gibt es Feng Shui Berater wie mich, die sich jahrelang ausbilden und aus der Praxis dazulernen.
Hier findest Du eine Liste mit möglichen Ursachen von schlechtem Schlaf und Problemlösungen:
1. hausinterne Umwelteinflüsse im Feng Shui
Damit meine ich alles, was Dir physikalisch in Deinen 4 Wänden begegnet.
Problem: Bett steht auf vielen Kabeln
Kabel verlaufen von einer Steckdose unter dem Bett entlang zu diversen Geräten: Fernseher, PC, Ladestationen.
Lösung: Strom fließt zB im Standby-Modus des Fernsehers, und auch bei ausgeschalteten Geräten liegt zumindest Spannung an. Energetisch betrachtet also ein Yang-Zustand im Yin-Bereich. Daher Kabel(salat), der unter dem Bett langläuft möglichst weit weg vom Bett lagern.
Problem: Bett steht an einer Wand mit Starkstromkabel
Liegt das Bett an einer Starkstromleitung? Es lohnt sich, dieser Frage einmal nachzugehen. Wie? Entweder, indem Du den Kabelverlauf vom Sicherungskasten zum Herd nachverfolgst. Oder mit einem Ortungsgerät die Wände absuchst. Ein Besseres kostet zwischen 30 und 100 EUR - aber laut TÜV Rheinland findet keines der getesten Geräte zuverlässig Stomkabel (4). Starkstromkabel (Drehstrom) verlaufen meist von der Unterverteilung (Sicherungskasten) direkt zum Elektroherd in der Küche. Auch Steigleitungen vom Keller zu den Etagenverteilern können in Wänden (oft im Flurbereich) liegen. Es gibt in Deutschland strenge Vorschriften, wo diese Kabel verlegt werden dürfen. In Altbauten wie zB im Prenzlauer Berg können sie aber auch „wild“ verlegt worden sein.
Lösung: Daher kommen wir wieder auf das Dilemma: kannst Du Dir sicher sein? Bist Du gaga und übersensibel? Oder spürst Du etwas, dass wirklich da ist? Im Zweifel - nimm Dein Gefühl ernst und schau, ob Du etwas ändern kannst. Beobachte, ob es Dir mit der Änderung nach einer Woche besser geht.
Wenn möglich: Stelle das Bett an eine andere Wand.
Problem: Bett steht an Wand mit Wasserleitung
Meiner Erfahrung nach bekommt es jeder mit, wenn er abends im Bett liegt und in der Wand fließt Wasser vorbei. Baulich selten, aber das hilft Dir kaum, wenn Du einer der „Auserwählten“ bist. Auch hier wieder: nimm Dich ernst. Wenn Geräusch und Bewegung (Yang) des Wassers Dich in der Yin-Phase beim Einschlafen stören:
Lösung: möglichst Abstand schaffen. Vielleicht etwas Schweres (wie den Kleiderschrank) vor die Wand mit der Leitung stellen. Bett an eine andere Wand stellen, wenn möglich.
Problem: vermehrte EMF-Strahlung (hauptsächlich W-Lan Netze)
Vor allem in dicht besiedelten Regionen wie Berlin Charlottenburg schwimmen jede Menge elektromagnetische Strahlen durch die Luft. Öffne spontan Deine Netzwerkeinstellungen und sieh nach, wieviele W-Lan Netze Dein Gerät in diesem Moment empfängt. Das ist freilich nicht tödlich - ob überhaupt und ab welcher Feldstärke EMF-Strahlung krankheitserregend ist, konnte bisher nicht festgestellt werden (5). Freilich wird man Probleme bekommen, wenn man versucht, eine Studie nach wissenschaftlichen Standards durchzuführen, um direkte Schäden an Gewebe nachzuweisen. Weil es ethisch nicht vertretbar ist, einen Menschen solange mit stetig ansteigender Intensität zu bestrahlen, bis er nachweislich Schäden davon erhält. Unbestritten, weil leicht zu beobachten, ist indes eine thermische Wirkung von EMF. Gewebe, das einem EMF-Feld ausgesetzt ist, erwärmt sich. Vielleicht kennst Du das als warmes Ohr, wenn Du telefonierst. Dieses Erwärmen ist erst einmal marginal und führt in schulmedizinischer Sicht nicht direkt zu Krankheiten. Wenn aber, zum Beispiel durch thermisch erhitzende Ernährung, bereits Entzündungsherde im Körper vorhanden sind, kann die erwärmende Wirkung meiner Meinung nach ein ohnehin geschwächtes System weiter schwächen. Zumal es gerade in Großstädten nicht bei einer kurzen Exposition bleibt, sondern andauernd und langanhaltend Strahlung auf den Körper einwirkt. Ich möchte keine Paranoia schüren - es geht keine unmittelbare Gefahr von W-Lan Netzen aus. Ich finde aber, es lohnt sich, die subtilen Langzeitfolgen von EMF-Exposition zu bedenken. Immerhin haben zwei schwedische Wissenschaftler 2010 in einer Meta-Studie den begründeten Verdacht geäußert, dass das Metall in Betten EMF-Strahlung verstärkt und somit Krebs verursacht. Und zwar auf der Körperseite, die am weitesten von der Matratze entfernt ist und somit den Wellenspitzen mit der meisten Energie ausgesetzt ist. (6) Das Thema ist sehr umfassend, weil schwer greifbar. Ich denke, ich sollte es vielleicht in einem separaten Artikel behandeln, um diese Liste nicht zu sehr aufzublasen.
In Kurzform: die Lösung:
Handy des nachts mindestens 2 Meter vom Bett entfernt lagern oder Flugmodus einschalten. Den eigenen W-Lan Router nachts ausschalten. Keinen Funkwecker benutzen. Kein Bett mit Metallrahmen kaufen. Keine Federkernmatratze nutzen. Wer Bock hat: Abschirmvlies tapezieren.
Problem: dünne Wände wie im Plattenbau
Nicht nur die berühmte Marzahner Platte, auch Bauwerke, deren Bauweise vor allem günstig sein sollte (siehe DIN-Norm für Studentenwohnheime) bietet ihn - den auditiven Einblick in alles, was Dein Zimmernachbar tut. Er gähnt - Du hörst es. Er telefoniert - Du hörst es. Ganz zu Schweigen vom Obermieter, der gefühlt wie ein Trampeltier auf den Boden stampft. Allein die physische Belastung durch hellhörige Wände ist erheblich. Wo niemals Ruhe herrscht, kommst Du schlechter zur Ruhe. Die Hypophysen-Hypothalamus-Nebennieren- Achse, die den Körper in den Regenerationsmodus versetzen kann, kann selten ganz abschalten. Das führt auf Dauer zu einem konstant erhöhten Cortisolspiegel, was wiederum ein Biomarker für verminderte Stress-Resilienz und unspezifische Krankheitsursachen ist.
Lösung: Weiche, flauschige (natürliche) Materialien können Schall absorbieren. Schwere Möbel an den Grenzwänden können dem Körper ein Gefühl von einer Grenze geben (die ohne die physisch massive Trenndwand vom Gehirn nicht als solche erkannt wird.) Wichtig: Hier ist das soziale Mitenander gefragt. Ein Gespräch wirkt Wunder. Wer eine Absprache treffen kann, dass zB. nach 22 Uhr in allen Wohnungen relative Ruhe herrscht, schläft am Besten. Mein Tipp: nicht Rübergehen und das Gespräch suchen, wenn Du selbst noch total gereizt bist. Und nutze die Regeln der Gewaltfreien Kommunikation. Anstatt zu sagen: „Du musst jetzt mal leise sein, sonst komm isch mit meine Brüda!“ - Sprich erst einmal an, dass Du (abends) sehr viel vom Nachbarn mitbekommst. In einem zweiten Besuch kannst Du Deinen Nachbarn bitten, sein Verhalten anzupassen.
Hier ein Beispiel aus einem Plattenbau in Angermünde, bei dem die Umgebung sich negativ auf Gesundheit der Bewohnerin ausgewirkt hat (und die nachbarschaftlichen Beziehungen schon sehr schlecht waren).
Problem: giftige Materialien bzw. Ausdünstungen im Schlafzimmer
Es lebe die Chemie, sie hat uns so viele Errungenschaften gebracht. Aber auch diese Errungenschaften sind zweischneidig und bringen neue Probleme mit sich. Aus Möbeln, Kleber, Textilien, Fußböden, Lacken und elektronischen Geräten können sogenannte flüchtige organische Verbindungen (VOCs) entweichen. (7) Nach lang andauernder Exposition kann das Einatmen dieser Verbindungen zu relativ diffusen Krankheitssymptomen führen. Das bedeutet, wenn Du Schadstoffen ausgesetzt bist, kann es durchaus sein, dass Du das erstmal nicht mitbekommst. Auch hier wieder: ein schleichender Effekt. Man kann die Luft im Schlafzimmer von Experten auf Schadstoffe hin untersuchen lassen. Das kann aber mehrere tausend Euro kosten. Daher mein Vorschlag: einmal bewusst ins Zimmer riechen. Riecht ein Schrank unangenehm „chemisch“? Oder setz Dich einmal in Ruhe hin und überlege - sind aktuelle Symptome wie Kopfschmerzen oder Schwindel das erste Mal aufgetreten, als Du etwas in der Wohnung geändert hast? Zum Beispiel seitdem ein Kunststoff-Belag verlegt wurde, oder seitdem Du Deinen antiken Kleiderschrank aus Holz neu lackiert hast?
Lösung: Wenn möglich: künstlich riechende Materialien aus Wohnung entfernen. Wenn die Materialien schon verbaut sind: Auslüften. Bis die Ausdünstung nicht mehr wahrnehmbar ist. Am besten mit Durchzug, d.h. Fenster sowohl im Schlafzimmer als auch anderen Zimmern offen stehen lassen. Wenn Durchzug nicht möglich: Stoßlüften. Das bedeutet, vorhandene Fenster weit aufreißen. Nur Ankippen hilft kaum. Stell Dir die Luft im Raum plastisch wie Wasser vor. Sie muss einmal komplett ausgetauscht werden. Generell gilt: Unangenehmer Geruch - ernst nehmen.
Am besten schon beim Kauf von neuen Möbeln einmal Schnüffeln. Riecht „chemisch“?. Nicht kaufen. Auch im Onlinehandel gekaufte Produkte: wenn Sie beim Öffnen nach Chemie riechen, lieber zurückschicken.
2. Wie kann guter Qi-Fluss um das Haus herum Schlaf optimieren?
Welchen Einfluss die externe Umgebung auf Schlafqualität hat.
Hier betrachte ich die nähere Umgebung des (Miets-)Hauses.
Problem: Der Rückseite des Hauses fehlt eine schützende Struktur.
Was bedeutet das? Si Ling, die 4 Tiere im Feng Shui der Formschule, beschreiben eine ideale Formation in der Umgebung eines Hauses. Ist das Wohnhaus links und rechts, sowie auf der Rückseite durch Strukturen wie Berge oder andere Häuser gestützt, gilt das Haus als gut geschützt. Das Konzept wurde ca. 500 vor Christus entwickelt, um günstige Standorte für Siedlungen zu identifizieren. Die umgebenden Strukturen mussten vor kalten Winden und Feinden schützen. Sie waren überlebenswichtig. Außerdem boten derart windgeschütze Stellen einen vielschichtigen, ertragreichen Ackerboden. Heutzutage sieht unsere Umwelt natürlich anders aus. Aber, nach wie vor wirkt die Umgebung physiologisch und psychisch tief auf den menschlichen Körper ein. Das menschliche Gehirn kartiert auch im 3. Jahrtausend n. Chr. seine Umgebung und leitet daraus Ich-Grenzen ab. Fehlt die „Schildkröte“, der Schutz im Rücken, wird das vom Gehirn als offene Flanke registriert. Mit einem möglichen Einfallstor für schädliche Einflüsse „im Hinterkopf“, bleibt der Körper stets in Hab-Acht-Stellung. Auch in Phasen, die der Erholung dienen sollten. Auch im besten Bett wird erholsam schlafen Können schwieriger. Der Cortisolspiegel bleibt langfristig erhöht, was wiederum zu einer geschwächten Widerstandskraft führt. Wer weniger Energie hat, kann Rückschläge schlechter verkraften und könnte sich auf lange Sicht zum Beispiel eher aus sozialer Interaktion zurückziehen wollen. Auch hier: die Auswirkung einer fehlenden Schildkröte ist ein schleichender Effekt, der aber umso brutaler wirkt, weil er jeden Tag für lange Zeiträume auf den Betroffenen Menschen einwirkt. Subtile Wirkung, langer Rattenschwanz.
Lösung: Schildkröte bauen. Schwierig? In der Tat. Die meisten von uns haben keinen Einfluss auf die Umgebung unseres Wohnhauses. Höchstens Grundstücksbesitzer haben die Möglichkeit, die designierte Rückseite des Hauses auf Ihrem eigenen Boden mit einer massiv wirkenden Grenze zu schützen. Erde aufzuschütten. Eine Mauer zu ziehen. Aber auch für Hausbesitzer sind das natürlich riesige Projekte, die eine Menge Zeit und Nerven kosten. Der Rest von uns, die große Mehrheit, kann nur optisch arbeiten. Das bedeutet, zum Beispiel, die Fenster mit dem Ausblick auf Weite zur Rückseite hin optisch zu verkleinern. Und wenigstens innerhalb der Wohnräume eine Schildkröte bzw. Königsposition zu bauen. Weiche, zum sensorischen Wahrnehmen einladende Materialien nutzen. Denn wer im Fühlen ist, kann physiologisch schwerer in Hab-Acht-Stellung bleiben.
Problem: Haus und Schlafzimmer liegen an vielbefahrener Straße
Fährst Du öfter mal auf der Autobahn A100? Dann hast Du eine Menge Mietshäuser gesehen, an denen die Autobahn relativ nah vorbei führt. Oder wohnst Du zB. in der Friedrichsruher Straße, direkt neben der A100? Dann erlebst Du wahrscheinlich täglich den Einfluss einer rund um die Uhr, mit hoher Geschwindigkeit befahrenen Straße auf Deinen Körper. Vielleicht denkst Du jetzt: „Na und, macht mir gar nichts aus!?“. Dazu möchte ich zwei Dinge sagen. Erstens: Völlig richtig - es ist keine Panik angebracht, nur weil Dein Wohnhaus an der A100-Strecke steht. Mit der richtigen Bauweise und einem günstigen Layout kann nämlich auch ein solches Haus „gutes Qi“ haben und damit eine gute Aufenthaltsqualität. Das müsstest Du für Dein Objekt prüfen. Zweitens: der Mensch gewöhnt sich an alles. Einem Mann wurde zum Beispiel in der Berliner U-Bahn einst ein Messer in den Kopf gerammt. Er lief davon unbehelligt weiter. Wie es in Berlin so ist - erstmal interessiert es keinen, aber irgendwann wurde er auf das Ding in seinem Schädel angesprochen. Und in ein Krankenhaus gebracht. Die Moral von der Geschichte: Nur weil Du nicht mehr bewusst merkst, wie die vorbeirasenden Autos Deine Grundspannung beeinflussen, bedeutet das nicht - das sie keinen Einfluss auf Dich haben.
Lösung: Wenn möglich, Schlafzimmer verlegen. Wenn möglich: Außen-Rollos anbringen. Trotz Verzweiflung bei der Wohnungssuche in Berlin darauf achten, wo die Wohnung liegt und - wenn möglich - im Zweifelsfall das erste Gefühl vor Ort ernst nehmen. Wenn das Gefühl so „hhmm, najaa, uärgs“ ist - lieber ablehnen. Wenn Du schon eingezogen bist: hochflorigen Teppich und weiche Stoffe an den Wänden (!) nutzen, um harte klare Wände zu vermeiden. Denn Letztere werfen Schall stärker zurück und verstärken ihn.
Problem: Lichtquelle vor dem Schlafzimmerfenster - Straßenlaternen
Vielleicht kennst Du das von einer Übernachtung im Hotel bei Deinem Städte-Trip nach Hamburg Altona. Du hast das großartigste King-Size Bett und liegst traumhaft bequem 1,20m über dem Boden. Die Vorhänge sind zugezogen. Trotzdem ist die Nacht so hell wie in der Nacht-Szene eines Spielfilms. Schon irgendwie dunkler als tagsüber. Aber von Dunkelheit kann keine Rede sein. Das Einschlafen zieht sich in die Länge und will nicht recht gelingen. Selbst geschlossene Augen registrieren die Lichtintensität. Sie wird über Nervenzellen an den Hypothalamus weitergeleitet, der wiederum die Zirbeldrüse steuert. Sie produziert das Hormon Melatonin, das wir alle aus Einschlaf-Präparaten kennen. Kurzum: der zirkadiane Rhytmus wird vom Licht der Straßenlaterne gestört. Was für den Körper Nacht sein sollte, wird zum Tag.
Lösung: großflächig verdunkeln. Nutze Verdunklungsrollos. Mein Tipp: mach es richtig dunkel. So dunkel wie möglich. Es gibt sogar eine Deutsche Industrienorm, die Dir hilfreich zur Seite steht. Sie ist ein Maßstab, der misst, wie dunkel ein Rollo bzw. ein Stoff den Raum machen kann. Die DIN EN 14501. Sie unterteilt Produkte in fünf Klassen. Klasse 0 bis 4, Klasse 4 verdunkelt am stärksten. Fun fact: in der Branche unterscheidet man zwischen Abdunkeln (80-90% des Lichts wird abgefangen) vs. Verdunkeln (100%). Englisch: Dim-out vs. blackout. Doch auch mit Rollos der Klasse 4 ist der dunkle Schlafraum noch nicht perfekt. Denn es bleiben kleine Spalte, die seitlichen Lichteinfall ermöglichen. Wenn Du Dunkel-Blut geleckt hast und die totale Finsternis möchtest, musst Du weiter gehen. Es gibt Rollos mit seitlichen Führungsschienen. Sie schließen den Spalt zwischen Rollo und Fensterscheibe. Eine andere Möglichkeit - Vorhänge zum Zuziehen. Ästhetisch eine feine Sache machen sie das Schlafzimmer zusätzlich wohnlicher. Das Zuziehen der Vorhänge liefert auch ein schönes Abend-Ritual. Das tägliche Wiederholen des Rituals gibt Deinem Körper ein zusätzliches Signal: jetzt ist Schlafenszeit, Träum süß. Du gehst dann schon deutlich schlafbereiter ins Bett.
Problem: Maschine brummt
Für mich persönlich eines der ärgerlichsten Themen im Zusammenhang mit gestörter Nachtruhe. Denn hier ist man als Mieter relativ machtlos. Leider ist so mancher Architekt, Hausverwalter und Vermieter damit überfordert, die Auswirkungen von technischen Anlagen auf die eigentlichen Bewohner ihrer Häuser zu berücksichtigen. Vielleicht ist der Druck, zum Beispiel eine Wärmepumpe einbauen zu müssen, so groß, dass sie nur noch „Ach was solls“ sagen können, wenn es um Mieter geht. Jedenfalls können technische Anlagen wie Aufzüge, Lüftungsanlagen, Heizungspumpen tieffrequenten Lärm und Körperschall produzieren, der nachweislich krank macht. Das deutsche Mietrecht beschäftigt sich mit dem Thema genauso wie Ministerien auf Bundes- und Landesebene. Ich wohnte einmal in der Fischerstraße 30 in Angermünde. Im Laufe von eineinhalb Jahren waren alle Mietsparteien schwerwiegend krank. Ein Mann, der schon seit 30 Jahren in dem Haus wohnte, bekam ernste Probleme mit dem Herzen und seinem Kreislauf. Eine Frau über mir musste mit Burn-Out für mehrere Wochen in die Klinik und ihre 5 Kinder anderweitig unterbringen. Der Nachbar gegenüber brauchte Psychopharmaka. Ich selbst wurde immer häufiger krank und war einfach nur „leer“. Eine weitere Bewohnerin ging irgendwann auch in eine Klinik. Das kam mir irgendwann seltsam vor. Ob es da einen Zusammenhang gab: kurz vor meinem Einzug war eine Wärmepumpe eingebaut worden. Ich hatte Brummgeräusche bei der Hausverwaltung (TAG Wohnen) gemeldet. Sie sah sich aber nicht imstande, zu helfen.
Zweithäufigstes Problem: die Waschmaschine und der Trockner des Obermieters.
Aus eigener Erfahrung in der Fischerstraße 30 - in manchen Häusern wackeln die Wände und Schränke, wenn oben in der Wohnung die Waschmaschine läuft. An Schlaf ist dabei nicht zu denken. Wenn der oder die Obermieterin dann noch meint, er müsse abends um 23 Uhr seine Wäsche waschen (weil es in seiner Wohnung ja kein Problem ist), kann man - finde ich - berechtigterweise Mordgelüste entwickeln.
Lösung: Ansprechen. Technische Anlagen kannst Du nicht selbst verändern. Dennoch ist der Vermieter/bzw. die Hausverwaltung vom Gesetzgeber angehalten, in reinen Wohngebieten nachts einen Schallpegel von 35 dB nicht zu überschreiten. (8) Hole Dir Unterstützung von den anderen Mietern! Wenn 5 von sechs Mietparteien eines Hauses sich beschweren, hat das bei der Hausverwaltung mehr Gewicht, als wenn nur ein Mieter etwas möchte.
Auch beim nächtlichen Laufen der Waschmaschine bist Du abhängig vom Wohlwollen Deines Nachbarn. Er oder sie könnte eine Anti-Schüttel-Bodenmatte unter seine Geräte stellen. Er könnte sich an die gesetzlich vorgegebene Nachtruhe ab 22 Uhr halten. Oftmals sind sich die Leute aber gar nicht bewusst, wie sehr die Wände in der Wohnung unter Ihnen wackeln. Deswegen empfehle ich: trete in Kontakt mit dem Obermieter, anstatt Dich still und heimlich in Deiner Wohnung „Schwarz zu ärgern“. Das ist auf Dauer tatsächlich auch ungesund.
Problem: weißt Du eigentlich, wo vorne und hinten ist?
Klingt vielleicht erstmal komisch. Allerdings ist diese Frage eine der schwerwiegendsten im Feng Shui überhaupt. Umgangssprachlich meint man ja mit „der wusste gar nicht mehr, wo vorne und hinten ist“ einen Zustand, in dem ein Mensch verwirrt und orientierungslos ist. Und wenn Du Dir jemanden so vorstelltst - was siehst Du? Ich habe jemanden vor Augen, der kaum Laufen kann und hilflos ist. Jedenfalls ist die Person in meinem Bild nicht in der Lage, vernünftig, klar und kraftvoll zu handeln. Der menschliche Körper hat eine klare Einteilung in hinten und vorne. Wir orientieren uns in die Richtung, in die unsere Augen sehen. Ist diese innere Ausrichtung gestört, weil zB. jemand betrunken ist, führt das zu Problemen. Wir brauchen eine klare Orientierung, um ganz normale Aktivitäten des Alltags effizient und ohne zusätzliche Anstrengung ausführen zu können.
Übertragen wir diesen Gedanken der Orientierung auf ein (Wohn-)Haus. Vorne geht`s rein. (Und wahrscheinlich auch wieder raus). Vorne ist die Straße, die meiste Bewegung, der größte Lärm. Also würden die meisten Menschen intuitiv ihr Schlafzimmer in die Rückseite der Wohnung legen. Weil es dort ruhiger ist. Wenn mir jemand „in den Rücken fällt“, erinnert das sprachlich daran, dass ich auf der Rückseite keine Augen und daher lieber meine Ruhe habe. Sonst wird es gefährlich. Ist mein Körper in Hab-Acht-Stellung (Flucht- oder Kampfmodus) bin ich körperlich aktiviert. Der Sympathikus wird dominant. Ich empfinde weniger Schmerz und bin bereit, wild drauf los zu körpern. Eine Ausnahmesituation. Eigentlich. Leider ist die Lage für meinen Körper nicht immer eindeutig, schwarz oder weiß. Wilde Kraft an oder aus.
Außerdem - wenn ich im Tunnelblick und bereit zur Flucht bin - wozu bin ich nicht in der Lage? Einiges! Gespräche? Schwierig. Komplexe Entscheidungen, die Vorlauf brauchen und nicht vorschnell mit heißem Kopf getroffen werden sollten? Vorschnell getroffen. Beziehungen? Nun, wenn man in Gefahr ist, behandelt man seine Mitmenschen auch wie eine Gefahr. Langfristig sehr hohes Potenzial, enge Beziehungen zu zerstören, weil man Menschen abstößt. Substanzmissbrauch. Wer ständig im Dauerstress ist, möchte einfach abschalten können. Wenn man das von allein und auf natürlichem Wege nicht erleben kann, müssen Hilfsmittel her. Damit gehen höhere Chancen einher, abhängig zu werden. Will sagen - ob ich mich dauernd in einem Flucht- oder Kampfmodus befinde oder nicht - es hat schwerwiegende Folgen. Ich erlebe diese Frage als die Nullebene, von der aus ich entweder in einen Teufelskreis mit Abwärtstrend gerate, oder mir ein positives Leben aufbauen kann.
Dann ist natürlich die Frage, wie kommt man denn in so einen Dauerstress? Ein Faktor dabei ist das Haus, in dem Du wohnst. Kann Dir in Deinem zuhause jederzeit jemand „in den Rücken fallen“? Bist Du hinten geschützt? Ist es überhaupt eindeutig, wo hinten und vorne ist? Wie einfach ist die Orientierung auf dem Weg zur Wohnungstür? Das mögen subtile Einflüsse sein. Aber sie sind unumstößlich, sie wirken auf Dich, ob Du es willst, oder nicht. Außerdem sind sie rein quantitativ ein großer Faktor. Wieviel Zeit eines Tages verbringst Du zuhause? Wieviele Tage in der Woche? Im Monat? In Deinem Leben? Allein die Zeit, die wir in Gebäuden verbringen, macht „Feng Shui“ zu einem Hauptfaktor in unserem Leben. Evolutionär sind wir aber nicht für das Leben in Gebäuden gemacht. Zumindest noch nicht. Wenn mein entfernter Verwandter und Vorfahre durch die Steppe wandelte, war er relativ sicher vor Gefahren, wenn er sehen konnte, was um ihn herum passiert. Eine Ecke, hinter der Gefahr lauern konnte, musste ihn aufmerken lassen. So ist es auch heute noch. Esther M. Sternberg, eine amerikanische Wissenschaftlerin, untersuchte menschliche Stressreaktionen in Labyrinthen und Irrgärten (Maze). Im Labyrinth gibt es eine klare Wegeführung und man kann sehen, wo man hinläuft. Das empfinden Menschen als wohltuend. Im Irrgarten dagegen kann man kein Ende sehen. Und muss den Weg suchen. Das stresst Menschen gehörig. Sie kommen in einen körperlichen Zustand, der dem Sichern des eigenen Überlebens dienen soll.
Wenn ich nun ein Haus betrete, in dem erst einmal unklar ist, wo die Vorderseite ist - ist mir auch unklar, wie ich an mein Ziel komme. Wenn ich mein Ziel nicht einmal sehen kann - gerate ich in den gleichen Stressmodus wie mein genetischer Vorfahre in der Steppe. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ich mein Wohnhaus wahrscheinlich sehr gut kenne - und mir gar keine Gedanken mehr mache, wie ich in meine Wohnung komme.
Lösung: im Mietshaus herrschen mal wieder beschränkte Möglichkeiten. Du kannst über Deine Gewohnheiten und kleine Accessoires dennoch Abhilfe schaffen. Wohnst Du zB. in einem Haus mit Treppe, platziere einen Gegenstand wie zB. eine kleine Zimmerpflanze auf der Zwischenebene der Treppe. So, dass Du etwas siehst, das Deine Aufmerksamkeit erregt, wenn Du die Treppe hochgehst. Damit kannst Du zwar noch immer nicht um drei Ecken bis in den 4. Stock sehen. Aber Du hast ein optisches Ziel, auf das Du zulaufen kannst. Wenn das Haus mehrere Eingänge hat, suche Dir einen aus. Mache Dir zur Gewohnheit, das Haus zumeist über diesen Eingang zu betreten.
In der Wohnung selbst kannst Du ebenfalls eine für Dich organisch anmutende Ordnung schaffen. Damit vermeidest Du, den subtilen Stress der kraftraubenden Orientierung zusätzlich in den eigenen vier Wänden zu haben.
3. In welche Himmelsrichtung muss mein Bett gemäß Ba Zhai zeigen?
Warum die Position des Bettes bzw. des Kopfteils „gute“ und „schlechte“ Himmelsrichtungen kennt.
Die „Technik der 8 Häuser“ (Ba Zhai) ist momentan so etwas wie der Leuchtturm des Feng Shui. Im weiten Meer des Google-indexierten Wissens wird heute gern eine gute Himmelsrichtung für das Bett gesucht. Es entspricht unserem westlichen, dailektischen Denken von gut und schlecht. Ich möchte alles richtig machen, drehe mein Bett nach Südwesten - und gut ist. Leider ist schon allein diese Handhabung des Ba Zhai sehr oberflächlich - und verantwortlich für eine Menge „bad press“ zum Thema Feng Shui.
Wieso? Der Hintergrund ist ganz einfach. Das Ba Zhai selbst ist nur eine Blume in einem großen Blumenstrauß aus Feng Shui-Techniken. Und wenn ich mir wiederum diese eine Blume genauer anschaue, entspricht das „das Bett in eine günstige Himmelsrichtung stellen“ vielleicht einem Blütenblatt. Es entspricht nur einem kleinen Teil der ganzen, professionellen Betrachtung. Das komplette Werkzeug Ba Zhai, die ganze Blume, ist bei Beratern und in asiatischen Ländern mit überlieferter Feng Shui-Tradition sehr beliebt. Es kann als Diagnose-Tool oftmals die Realität erklären. Ein Beispiel aus meiner Praxis: ein Berliner Paar mit Kind hat eine wunderbare Wohnung in der Schloßstraße 63. Gut gelegen, beliebter Altbau und auch die Strukturen in der Umgebung (Si Ling/ die 4 Tiere) sind günstig. Beide Partner sagen, dass sie unglaubliches Glück hatten, die Wohnung zu bekommen. Die Dame des Hauses möchte gerne ausziehen. Aus diversen Gründen. Der Mann und das Kind wollen nicht wegziehen, auch nicht in ein tolles Haus, das die Mutter als Kaufoption hat. Man könnte sich als Betrachter nun psychologisch „einen Wolf suchen“ bei dem Versuch, herauszufinden, warum ausgesrechnet die Frau aus der Wohnung möchte. Kindheit, Prägung, Platzempfinden, Lichtstimmung und vieles Mehr. An dieser Stelle kommt das Ba Zhai ins Spiel. Wenn die Blume schon fertig berechnet ist - d.h. das sogenannte Zai Gua des Hauses, der Wohnung, und das sogenannte Ming Gua aller Bewohner bekannt ist - lässt sich an diesem Punkt eine einfache Erklärung finden. Das Ming Gua der Frau passt nicht zur Wohnung. Das Ming Gua von Mann und Kind dafür schon. Hier kommen die Ost- und Westgruppe ins Spiel. Die Frau war ein Ostgruppen-Gua ind einem Westgruppenhaus und passte dementsprechend nicht gut in die Wohnung. Ein anderes Beispiel für die erläuternde Kraft des Ba Zhai ist das sogenannte leere Gua. Aufgrund der magnetischen Deklination an einem bestimmten geographischen Ort auf der Erde ändert sich über die Jahre die Himmelsrichtung der Front eines Gebäudes. Wenn Vermieter eines Mietshauses in Berlin feststellen, dass in einem Jahr 80 % der Mieter kündigen, konnte in der Beratungspraxis etwas festegestellt werden. Ein Wechsel des Hauses nämlich von West- zu Ostgruppe oder umgekehrt. Mit einem Wechsel des Hauses in ein anderes Gua, einen anderen der 8 Sektoren, ändert sich (in Immobilienzeitrechnung) schlagartig die Beziehung der Mieter zu ihrem Haus. Sie fühlen sich einfach nicht mehr wohl und wollen weg. In einem Immobilienmarkt wie Berlin ist es, gelinde sagt, eine Herausforderung, eine neue Wohung zu finden. Dass das Phänomen des 80% igen Mieterwechsels hier dennoch auftritt und die Menschen die massive Kraftanstrengung Umzuziehen auf sich nehmen, verdeutlicht, wie wirkmächtig jene Energien und Funktionen sind, die das Ba Zhai beschreibt.
Allerdings sind die Ergebnisse besser, wenn die Blume Ba Zhai komplett ist. Dann funktioniert sie und gibt Einsichten, die mir andernfalls verborgen bleiben. Sie fungiert als vereinfachendes Erklärungsmodell. Aber eben erst dann, wenn sie komplett und nicht nur ein Blütenblatt ist. Dementsprechend ist Feng Shui durch diesen Leuchtturm in Verruch gekommen. Denn ich glaube, Menschen merken intuitiv zwei Dinge. Erstens, dass an der Sache mit den Himmelsrichtungen „irgendwas dran“ ist (Die Energiefühligen, denen äußere Einflüsse manchmal bewusst sind). Und Zweitens, dass andererseits nur ein Umstellen des Bettes in eine andere Richtung kaum so viel Gewicht haben kann, dass es „irgendwas bringt“ (Die wissenschaftlich/ logisch/ linke Gehirnhemisphäre-Dominanten, die jeden ungwünschten Einfluss mit dem Verstand bekämpfen). Wobei beide „Typen“, die ich eben postuliert habe, durchaus in ein und derselbsen Person vorkommen. Dieses innere, schwer fassbare Widerstreiten beim Thema Himmelsrichtung führt meiner Meinung nach dazu, dass viele Menschen irgendwann verwirrt aufgeben - oder es einfach genau wissen müssen und in einem Akt des explorativen Wahnsinns eine ganze Ausbildung und viele Jahre des Forschens auf sich nehmen. (Sh.your friendly neighborhood Feng Shui guy)
Insofern ist dieser Abschnitt über die Himmelsrichtung vom Kopfende des Bettes ein Disclaimer. Ja, Du kannst Dein Bett erstmal in eine günstige Himmelsrichtung stellen. Ich zeige Dir, wie Du herausfindest, welche Himmelsrichtung für Dich günstig ist. Aber, und das ist ein großes Aber, sei Dir bewusst, dass Du damit in Sachen Wirkkraft sozusagen Blütenblätter auf Dein Fensterbrett legst. Anstatt einer prachtvollen Rose in einer Vase dort stehen zu haben. Es macht was. Aber eigentlich geht da noch viel mehr.
Der Berufsverband Feng Shui und Geomantie legt in seiner Ausbildungsordnung viel Gewicht auf Ba Zhai. Vor allem ist es Teil der Beraterprüfung. Deshalb werde ich die geheime Sauce nicht in drei Nebensätze ausplaudern. Ich darf aber verraten, dass ein professioneller Berater - stark verkürzt - so vorgeht: 1. Ausrichtung des Hauses feststellen - Zai Gua finden. 2. Ming Gua der Bewohner feststellen, mit Zai Gua abgleichen - günstige Himmelsrichtungen und Sektoren ableiten 3. Priorität setzen zwischen Zai Gua und Ming Gua, mittels Elementen Ungleichgewicht ausgleichen, und bei mehreren Personen: gute Bereiche „gerecht“ aufteilen.
Problem: Du kennst Deine persönliche Gua-Zahl nicht.
Lösung: Selbst berechnen (am besten Google fragen - das Netz ist voll von Anleitungen)
oder hier in Tabelle nachschlagen. Beachte, wann das Jahr beginnt. Die Berechnung nutzt den chinesischen Mondkalender. Wer zB. 1970 am 04. Februar Geburtstag hat, muss seine Gua-Zahl im Jahr 1969 ablesen, weil 1970 in dieser Betrachtung erst am 06. Februar begonnen hat.
Problem: Du kennst Deine Gua-Zahl, aber nicht die für Dich günstigen und ungünstigen Richtungen.
Lösung: hier nachschauen, welche Richtungen für Dich günstig sind.
Beachte: Die Richtungen sind wieder in einem komplexen assoziativen System diversen Einflüssen zugeordnet. Auch den 5 Elementen. Die Richtungen wurden daher mit einem Zahlensystem von plus 4 bis minus 4 vereinfacht. +4 entspricht dem Sheng Qi und dem Element Holz. Es ist die am stärksten Positive bzw. „Beste Richtung“.
Problem: günstige Richtung ist schlecht umsetzbar.
Wer sich mit Feng Shui beschäftigt, bekommt eigentlich nur Probleme vorgesetzt. Und zwar in dem Sinne, dass es zwar scheinbar ideale Anordnungen gibt, diese aber so gut wie nie in Perfektion vorkommen. Du musst also mit dem Arbeiten, was da ist - und das Beste daraus machen. Nicht jedes (Schlaf-)Zimmer gibt es her, dass Du ein Bett beliebig verschieben und Du Dir die beste oder eine gute Himmelsrichtung aussuchen kannst. Und selbst wenn es möglich ist, Dein Bett in Richtung Deines Sheng Qi zu stellen, heißt das noch lange nicht, dass es auch die beste Lösung ist. Vielleicht zeigt das Kopfende dann zum Fenster, oder das Bett steht genau vor der Tür (Sha Qi).
Lösung: Prioritäten setzen. Finde die Königsposition LINK INTERNAL (command position oder Lóng Zuò (龍座)) für Dein Bett. D.h. Du hast möglichst eine feste Wand am Kopfende, links und rechts etwas Platz und kannst vom Bett aus sehen, wer durch die Tür kommt. Die Formschule trumpft sozusagen die Kompass-Schule. Warum? Weil die materielle Form schon fest und physisch wirksam ist, während die noch nicht manifesten Energien der Kompass-Schule zwar subtil wirken, aber noch keinen Körper zum wirken haben.
Problem: Partner hat Gua-Zahl aus anderer (Ost-/West-) Gruppe als ich
Lösung: Kniffeln. Prinzipiell brauchst Du das Wissen und die Fähigkeit, um das Zai Gua des Wohnhauses zu finden. Dann müsstest Du die Sektoren für Dich und Deinen Partner 1. miteinander abgleichen und 2. prüfen, ob das Zai Gua eventuell günstiger ist. Wie gesagt, das sind Ausbildungsinhalte der Beraterausbildung beim Berufsverband Feng Shui und Geomantie e.V.. Vielleicht kannst Du Dir alles Nötige aus dem Internet ziehen - die Denkleistung, Dich an Deinem konkreten Beispiel durchzubeißen, bleibt aber bei Dir.
Mein Vorschlag: ruf mich einfach an, wenn es Dir zu kompliziert wird. Beim Thema Ba Zhai und Himmelsrichtung kann ich Dir auch online bundesweit helfen.
Problem: günstige Himmelsrichtung(en) nicht nutzbar
Lösung: Mit Elementen ausgleichen. Klingt simpel. Ist es auch - wenn man erstmal die entsprechenden Elemente der ungünstigen Bereiche und Richtungen kennt. Die wichtigste Zuordnung ist das Metall zum „Jie Ming“. Das ist der -4 Sektor. Damit Du diesem ungünstigsten aller Einflüsse nicht ausgeliefert bist, zeige ich Dir, was Du tun kannst. Liegt Dein Schlafzimmer in diesem Bereich? Oder ist Dein Bett in diese Richtung gestellt? Dann kannst Du Wu Xing, die Theorie der 5 Elemente nutzen. Metall ist in diesem Fall ungünstig - was nicht immer der Fall ist. Du kannst Metall mit Wasser ableiten, mit Feuer kontrollieren und mit Holz auslaugen bzw. abstumpfen. Wasser könnte im Schlafzimmer dunklen Wänden, dunkler Bettwäsche und einem sehr reduzierten Design entsprechen. Dunkler Minimalismus. Ein Gefühl, als wärst Du Höhlentauchen. Feuer wird mit spritzigen Eindrücken assoziiert. Wie hell lodernde, schnell züngelnde Flammen, die Deine Aufmerksamkeit fesseln. Vielleicht nicht das Beste Instrument für Deine beruhigende Schlafumgebung. Ein paar Kerzen tun es aber auch.
Problem: leeres Gua.
Das bedeutet, dass Dein Wohnhaus in diesem Jahr genau auf oder sehr nah an der Linie zwischen zwei Sektoren liegt. Die magnetische Deklination verändert mit der Zeit den Ba Zhai-Sektor des Hauses (Zai Gua).
Lösung: nun aber wirklich zum Berater, bitte.
4. Warum hilft guter Qi-Fluss im Schlafzimmer, den Schlaf zu optimieren?
Wie Yang-Überschuss in der Raumgestaltung des Schlafzimmers die Schlafqualität senkt.
Was bedeutet Yang-Überschuss hier? Du kennst bestimmt das Yin/Yang Symbol. Es geht um zwei Aspekte der gleichen Sache. Im Schlafzimmer sind die Paare hell/dunkel und laut/leise die wichtigsten. Damit die Nachtruhe im natürlichen Rhythmus eingeleitet und erholsam sein kann, musst Du eine Yin-Phase herstellen. Denn das ist sie sowieso - eine Yin-Phase. Gehst Du mit dem Flow, bist Du Yin. Bist Du oder Deine Umgebung zu sehr Yang, kann die Yin-Phase ihre Arbeit nicht tun und kann Dich nicht regenerieren. Wichtig ist der Effekt, den der Raum auf Deinen Körper hat. Ist der Effekt zu stark anregend, schläfst Du schlechter als es möglich ist. Vielleicht kennst Du es von Deinen Kindern oder aus Deiner eigenen Kindheit. Man möchte sie abends nicht mehr „aufputschen“. Weil es sonst sehr viel schwieriger wird, sie ins Bett und zum Einschlafen zu bringen. Gleiche Sache. Nur, dass Du Dich heute selbst ins Bett bringst und darauf achtest, ob Dein Raum Dir beim (Ein-)Schlafen hilft. (Ziemlich erwachsen, was?)
Problem: die Deko schreit.
Das Yin-Yang-Paar Laut und Leise kann sich auch in Deko und Gestaltung ausdrücken. Wenn Du im Türrahmen stehst und den ersten Blick auf Dein Schlafzimmer wirfst - wie fühlst Du Dich? Angeregt, aufgeregt? Dann ist es eher Yang. Für besondere Anlässe wie den Besuch Deines Tinder-Dates mag das natürlich angebracht sein. Auf Dauer könnte es aber wie ein steter Tropfen sein, der den Stein Deiner erholsamen Nachtruhe aushölt.
Lösung: Wenn Du nur ein Zimmer oder eine Einzimmerwohnung hast - trenne den Schlafbereich zumindest am Abend ab. Verstelle Dir zum Beispiel mit einem Paravent oder Vorhang die Sicht auf die Aufmerksamkeit heischende Deko. Oder den Schreibtisch mit Deiner Home-Office Arbeit. Das senkt nachweislich die kognitive Last für Deinen Denkapparat - Du hast neurologisch weniger um die Ohren.
Wenn Du ein separates Schlafzimmer hast - prima. Vielleicht möchtest Du ein paar Elemente in ein anderes Zimmer überführen. Und stattdessen mehr geschlossene Flächen schaffen, sowie maximal einen Gegenstand zum Ansehen im Zimmer lassen. Diese Nummer 1 wird dadurch wichtiger. Du siehst sie dann bewusst jeden Abend und jeden Morgen. D.h. Du kannst diesen einen Gegenstand als Anker nutzen, um Dich zB. an ein für Dich wichtiges Vorhaben zu erinnern.
Problem: Tageslichtlampe, ohne timer
Sie werden vor allem Menschen mit Depression und für die dunklen Winterage empfohlen: Tageslichtlampen. Wenn sie so gut sind, warum nicht überall Tageslicht installieren? Weil sie bei Anwendung zu später Tageszeit den zirkadianen Rhythmus stören, den Du für erholsamen Schlaf dauerhaft benötigst. In Feng Shui-Sprache: sei Yin zu Yin-Zeit, sei Yang zur Yang-Zeit. Es kommt auf das Timing an. Das Licht der Lampe hat einen hohen Blauanteil. Die Helligkeit ist der von Sonnenlicht ähnlich, sie soll anregen, beim Konzentrieren helfen und trübe Stimmung vertreiben. Und das tut sie. Verzwickt wird es dann, wenn eine Lampe mit 5300 oder gar 6500 Kelvin nicht zu therapeutischen Zwecken einmal am Tag für 20 Minuten aus dem Schrank geholt wird. Sondern fest als Deckenlampe installiert ist. Selbst Lampen mit Neutralweiß (3.300 bis 5.300 K) sollten meiner Meinung nach nicht im Schlafzimmer angebracht werden. Das helle Licht wird von den Nerven der Augen an die Zirbeldrüse im Gehirn weitergeleitet. Ihr wird signalisiert: aufstehen, Action! Sie produziert dann kein Melatonin, dass den Körper auf sanften Schlummer einstellt. Das zu helle Licht bringt also Yang in eine Yin-Phase.
Lösung: wenn Du die Deckenlampe dimmen kannst, achte darauf, dass sie warmes Licht ausstrahlt, sobald es draußen dämmert oder dunkel ist. Die Lampe ist nicht dimmbar? Setze eine schummrige Glühbirne ein (unter 2700 Kelvin).
Problem: Deine Schlafzimmergestaltung glänzt in purem Weiß.
Alles schön sauber und ordentlich. Wo ist das Problem? Als Erstes gilt natürlich wieder: Menschen sind verschieden. Dem Einen hilft die ätherische Reinheit, abzuschalten und kognitiv entlastet ins Bett zu gehen. Ein Anderer fühlt sich an klinische Sterilität erinnert und fängt beinahe an, zu Zittern. Die Wirkung ist relativ. Es spielt eine Rolle, mit wem der Raum eine Beziehung (Relation) eingeht. Abseits davon, könnte es eine Überlegung wert sein, Dich zu fragen: Fühlt sich das gut an? Oder war ein Gedanke Vater der weißen Gestaltung? Etwas wie: das muss so, das gehört sich so. Weiß als Farbe wird dem Metall-Element zugeordnet. (Daostisches) Metall entspricht im Menschen auch dem Denkapparat, meiner Meinung nach vor allem dem präfrontalen Cortex. Dieser ist für bewusstes, willentliches Denken zuständig. Wenn sozusagen „der Kopf die Hauptsache“ sein will. Dementsprechend liegt auch die Konditionierung eines Menschen im Metall. Seine Bewertung von Richtig und Falsch. Leider liegt das gelernte Richtig mitunter weit entfernt vom eigentlichen Bedürfnis des Menschen. Ich will sagen: Prüfe einmal, wie sich Dein Schlafzimmer wirklich für Dich anfühlt. Viele Menschen können das gar nicht wahrnehmen.
Jedenfalls regt ein rein in Weiß gestaltetes Schlafzimmer im Körper das Konzentrieren an. Eine bewusste Wachheit und Fokussierung. Weiß ist hell und Yang. Aus dieser Perspektive wird vielleicht klarer, warum eine solche Gestaltung einen Yin-Ort zur Erholung in seiner gewünschten Funktion beeinträchtigen kann. Weil die Farbe Weiß wach macht und anregt, anstatt müde und schläfrig.
Lösung: Darf es ein bisschen Farbe sein? Yin-Farbe. Etwas Dunkles. Ob Dunkel-rot, blau, grau, gelb - ist nicht so wichtig. Gleiche den Yang-Überschuss durch Yin-Farbe aus.
Problem: Boden und Oberflächen sind hart, glatt, laut.
Ein weiterer Yang-Überhang kann sich im Bereich Haptik und Akustik zeigen. Stell Dir ein Krankenhausbett in einem hygienisch einwandfreien Krankenhauszimmer vor. Es steht auf seltsam dünnen Metallbeinen in einem kargen Raum. Der PVC-Boden ist glatt und leicht zu reinigen. Da auch auf dem Flur der gleiche Bodenbelag liegt, hörst Du jeden Schritt und jedes Gespräch von dort mit einem Hall, während Du im Bett liegst. Die Wand ist nackt. Die Bettwäsche so kuschelig wie ein steif gebügeltes Oberhemd. Vielleicht traust Du Dich gar nicht, abends das Licht einzuschalten, weil Dir die Leuchtstoffröhren dann ein Gefühl von noch mehr Kälte geben.
Ein steriles Zimmer im Krankenhaus ist aus vielen Gründen die reinste Hölle für viele Menschen. Ein Grund sind die verbauten Materialien. Harte, kahle Oberflächen werfen zum Beispiel Schallwellen auf eine Weise zurück, die Nachhall erzeugt. Der Nachhall wiederum passt nicht zu unserer natürlichen Art, auditive Reize aufzunehmen und zu verarbeiten. Ähnlich wie das gestörte Sonar einer Fledermaus, wird unser Hörsinn in dieser Umgebung zu einer Belastung, weil er keine gesicherten Daten über unsere Position im Raum und die eigenen Körpergrenzen liefern kann. Man fühlt sich einfach nur unwohl.
Lösung: Teppich auslegen. Ideal wäre sicherlich, den Boden komplett mit Auslegware zu bedecken. Um Schall zu absorbieren, eignen sich weiche Teppiche mit Tendenz zum Hochflor besser als harte, robuste. Wenn das finanziell oder aus ästhetischen Gesichtspunkten keine Option für Dich ist, genügt auch ein Teppichvorleger, der dann aber wirklich hochflorig sein sollte.
Auch ein (Filz-)Tuch, wie ein Wandteppich an die Wand gehängt, kann Abhilfe schaffen und dabei schick aussehen.
Problem: Schlafen im Durchgangszimmer
Tritt vor allem in WGs und Wohnungen mit vielen Bewohnern auf. Dann also, wenn es keine Alternative gibt. Intuitiv würde wohl kaum jemand ein Durchgangszimmer wählen, um darin zu schlafen. Mindestens zwei Türen, und irgendjemand muss da durch. Solche Zimmer sind ein gutes Beispiel dafür, wie Qi-Fluss und Yin-Yang-Balance im Feng Shui betrachtet werden. Denn selbst wenn eine der beiden Türen verschlossen oder zugestellt ist, hat man als Bewohner stets das Gefühl, das jemand von dort hereinkommen könnte. Zwischen den Türen fließt Qi. Es bewegt sich. Weil die Aufmerksamkeit eines Menschen, im Eingang stehend, direkt auf den Ausgang fällt. Und wenn tatsächlich Durchgangsverkehr herrscht, fließt Qi, weil sich jemand durch den Raum bewegt. Yang Qi. Auf der Strecke zwischen den Türen herrscht Verkehr - Bewegung. Würdest Du Dich zum Schlafen neben die Autobahn legen? Ich nicht. Zu viel Bewegung, zu viel Verkehr. Zu viel Yang. Zum Autofahren und Zurücklegen weiter Strecken ist die Autobahn ein Segen. Für erholsamen Schlaf eher weniger.
Lösung: Wenn möglich - Bett aus dem Fluss nehmen und in Yin-Bereich stellen. Sollte Dein Zimmer zu klein sein, um das Bett in eine ruhige Zone stellen zu können, arbeite mit Stoppern. Stelle (links und rechts) etwas neben das Bett. Und zwar so, dass ein Raum im Raum entsteht. Was meine ich damit? Stelle zB. einen Paravent oder eine Kommode neben das Bett. Und zwar so, dass ein „Durchgänger“ nicht ans Bett heran kommt. Oder es nicht direkt sieht. Du baust Dir sozusagen einen Graben um Deine Stellung. Damit kannst Du die Muskelgrundspannung in Deinem Körper senken, weil er den Schutz wahrnimmt. Dadurch kannst Du körperlich aus dem „Hab-Acht“-Modus aussteigen, es werden weniger Stresshormone wie Cortisol produziert.
5. Warum kann Feng Shui über meine Gewohnheiten die Schlafqualität steigern?
Wie meine Gewohnheiten zu einem Yang-Überschuss und schlechtem Schlaf führen.
Yin und Yang sind nur zwei Begriffspaare, die eine Beziehung beschreiben. Dabei sind sie so simpel, dass mir als westlich, wissenschaftlich und rational geprägtem Denker manchmal die Spucke weg bleibt. Weil das Begriffspaar gerade wegen seiner Simplizität so unglaublich vielseitig auf wirklich jeden Apsekt des Lebens angewendet werden kann. Was aber haben Du und ich davon, wenn wir die gewohnten Aktivitäten und Abläufe unseres Tages auf Yin und Yang untersuchen?
Erstmal: eine andere Perspektive. Ich schätze, die meisten Menschen nähern sich ihrem eigenen gewohnheitsmäßigen Verhalten über Sätze wie „ich habe mal wieder zu viel gegessen“, oder „Mist, ich rauche zu viel“. Also Dinge, die wir tun. Von denen wir ahnen, dass sie nicht optimal für uns sind. Für die Gesundheit, für Beziehungen, oder das berufliche Vorankommen. Als Küchentisch-Psychologen und Social-Media Konsumenten, glaube ich, versuchen wir uns durchaus selbst zu helfen. Das muss dann aber auch schnell gehen und soll gefälligst funktionieren. Wenn ich mir die Coaches und Ratgeber auf YouTube reinziehe, bekomme ich schnell den Eindruck: es ist total einfach, sich zu ändern. Wenn es nicht klappt, bin ich ja wohl Schuld. Und außerdem sollte ich dieses Problem angehen. Es ist total einfach. Wenn es nicht klappt, bin ich Schuld. Ein kleiner Teufelskreis entsteht, in dem vor allem ich selbst der Doofe und Unfähige bin, mit dem etwas nicht stimmt. Obwohl es doch ganz einfach zu ändern wäre. Nur ich schaffe es nicht.
Kommt Dir das bekannt vor? Ich für meinen Teil war heilfroh, mich selbst und meinen Tagesablauf einmal etwas wertfreier betrachten zu können. Mit der Möglichkeit, etwas zu ändern - aber ohne die Schuldzuweisung. Yin und Yang sind mit dem binären System aus 0 und 1 verwandt, das Computertechnik zum Leben erweckt. Nur zwei grundsätzliche Zustände ergeben in unendlichen Iterationen die 10.000 Dinge (Taiji) des Lebens.
Und damit bieten Yin und Yang uns eine einfach geniale Perspektive. Wie Neo die Matrix in grünen Zahlen auf dem Bildschirm als Rothaarige und Blondinen lesen kann, erlaubt uns das System Yin/Yang, mit nur einem simplen Begriffspaar die ganze Welt zu verstehen. Aus Gastroösophagealer Refluxkrankheit wird (zu viel) Magen Yang. Für den Menschen superkomplexe Zusammenhänge lassen sich auf eine einzige Metrik herunterbrechen. Und verstehen. Ich glaube, der Mensch im Allgemeinen sieht manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, weil er versucht, etwas zu verstehen. Und dabei notwendigerweise etwas in die Welt hineininterpretiert, das so gar nicht da ist.
Nehmen wir das Beispiel Work-Life-Balance. Vielleicht habe ich gemerkt, dass ich keine Energie und Motivation habe, um 50 oder auch 40 Stunden pro Woche zu arbeiten. Vielleicht fehlt mir der Sinn im Pushen von Absatzzahlen für Hygieneartikel, vielleicht möchte ich in meiner Freizeit noch Zeit für Freunde oder Hobbies haben, oder muss mich um Belange wie Kita und Schule für die Kinder kümmern. Ich versuche also, die Verwendung meiner Zeit auszubalancieren. Nehme hier etwas weg, um es an anderer Stelle einzufügen. Habe nun meine 32-Stunden Woche und begeistere mich an 5 Abenden pro Woche noch für dieses oder jenes. Ich habe nun mehr Freizeit, eine bessere Work-Life-Balance - und bin nach einem halben Jahr erschöpfter als vorher.
Work-Life-Balance hört nicht an der Schwelle zum Feierabend auf.
Und zwar deshalb, weil ich durch meine Gewohnheiten mehr Yang in mein Leben gebracht habe. Mehr Yang als Yin. Mehr Aktivitäten. Die Yin-Zeit meiner Tage mehrheitlich mit Yang gefüllt habe, und damit auf Dauer mein Zeitfenster für Regeneration verkleinert habe. Bei mehr Leistung meiner Batterien weniger Aufladen meiner Energie. Eigentlich ganz einfach. Bis ich das merke, kann es trotzdem dauern. Weil es ein schleichender Prozess ist, dessen Ende ich zu Beginn nicht kommen sehe. Weil ich irgendwann versuche, mit Nahrungsergänzungsmitteln meinen Körper und mit psychologischen Strategien mich selbst zu optimieren. Und weil in diesen 6 Monaten natürlich eine Menge Leben stattfindet, um das ich mich kümmere. Mir fehlt der Abstand, der Blick von außen. Ich stecke so drin, dass ich auch blind für mich selbst bin.
Problem: Du verpulverst den Yin-Puffer / Du verbringst das Zeitfenster für passive Erholung mit Aktivität
Das große Yang ist der Hochsommer. Hitze, lange Tage, viel Sonnenlicht. Der Motor des Körpers läuft leicht heiß, weil es zum Einen sehr warm ist, und der Sommer zum Anderen zu mehr Aktivität einlädt. Von Abends länger ausgehen, über den Besuch von Festivals bis hin zu intensiveren Partys - das Element Feuer heizt in dieser Zeit alles und jedem ein. Als Warnungen vor Gesundheitsschäden tritt diese Yang-Dominanz auch ins kollektive Bewusstsein. Anders sieht es meiner Meinung nach im Herbst und Winter aus. Die ach so "besinnliche" Weihnachtszeit ist vieles, für ruhiges "Sich Besinnen" ist es in Deutschland keine gute Zeit. Anstatt das nach unten und innen gehende Yin des Winters zur Erholung zu nutzen, müssen viele Menschen schon aufgrund ihrer Arbeit genauso yangig durch die Gegend hetzen wie im Sommer. Die Jahreszeiten betrachte ich hier als "Makro"-Perioden. Ein bisschen mehr Action im Sommer ist "Yang zur Yang-Zeit", etwas kürzer treten und mehr zuhause bleiben wäre "Yin zur Yin-Zeit". Um in "Mikro"-Zeitabschnitten zu denken, bietet sich ein einzelner Tag als Einheit an. Die Yin-Zeit des Tages geht ca. 17 Uhr los. Auf der Organuhr ist es die Zeit der Nieren. Die Verdauung (Milz-Meridian) möchte ihre Ruhe haben. Es gibt im Internet eine Menge an Informationen zum Thema Gesundheit, Burn-Out und Stressmanagement - ich werde hier nicht alles wiederkauen. Erwähnen möchte ich dennoch: es lohnt sich für Jung und Alt gleichermaßen, sich einmal bewusst Zeit dafür zu nehmen, den eigenen Abend zu untersuchen. Wenn ich am Abend drei Stunden Netflix binge - fühlt sich das nach Ruhe und Erholung an? Für jeden mag die Antwort etwas anders ausfallen. Dennoch liegt die Verantwortung dafür, ob Du Dich am Abend tatsächlich erholst, bei Dir individuell. Fernsehen nehme ich als Beispiel, weil es ziemlich weit verbreitet ist. Ganze Generationen pflegen die Gewohnheit, mit flackernden Bildern und ereignisreicher Akustik am Abend abschalten zu wollen. Am Besten noch mit dem Fernseher im Schlafzimmer, da sie "nur so einschlafen können". Aus Perspektive einer Yin-Yang-Balance oder wissenschaftlich gesagt: physiologischer Stressregulation - ist Bildschirmzeit in den (späteren) Abendstunden keine gute Idee. Sie führt zu Sympathikotonie - einem Yang-Überschuss. Tag um Tag wiederholt, "frisst" diese Aktivität das Zeitfenster des Yin. Schleichend, kaum merklich, verbrennt diese Angewohnheit unsere Energiereserven. Auch, weil keine neue Energie produziert werden kann. Nicht umsonst wissen alle Pumper: Muskeln wachsen im Schlaf. Fernsehen kann außerdem dazu führen, dass Du "den Punkt" verpasst. Nämlich den Zeitpunkt, zu dem Dein Körper von allein ins Bett gehen möchte. Wer Kinder hat, weiß nur zu gut - man möchte vermeiden, über diesen Punkt hinaus wach zu bleiben. Denn dann wird das Einschlafen umso schwieriger.
Lösung: Nimm Dir 5 Minuten und schreibe auf, was Du in den letzten zwei Wochen an einem typischen Wochentag zwischen 17 und 23 Uhr getan hast. Geh die Liste durch und "spüre rein", wie sich die einzelne Aktivität anfühlt. Das kann alle möglichen Gefühle hervorbringen. Dieser Einblick kann erstmal dabei helfen, zu verstehen, ob die Aktivitäten gut für Dich sind. Im zweiten Schritt könntest Du prüfen, ob sich Dein Körper (allein beim Denken an die Aktivität auf Deiner Lister) eher angeregt oder beruhigt/entspannt anfühlt. So kannst Du bewusst Deinen Abend gestalten. Als ungefähre Richtung würde ich sagen: je später der Abend, desto mehr sollten Deine Aktivitäten zum Gefühl Beruhigen /Entspannen tendieren.
Problem: Lampen mit Neutralweiß im Abendritual
Stichwort: Zirkadianer Rhythmus. Lampen mit hellem Licht (ca. ab 3300 Kelvin) signalisieren der Zirbeldrüse: es ist Tag. Also macht sie ihre Arbeit und gibt das Signal an den Körper: Aufwachen! Der Effekt ist zwar relativ, mit vielen Zwischentönen. Aber auch hier gilt wieder: wenn Du diese Gewohnheit in Deiner Wohnumgebung tagtäglich wiederholst, häuft sich der Effekt an. Das Einschlafen wird einen Tick schwieriger. Sobald noch anderer Stress in Deinem Leben dazu kommt, kann dieses kleine Wieder Wach Werden das Zünglein an der Waage sein - und das möchte ich vermeiden. Raum für Resilienz bedeutet, sich vorzubereiten. Solche kleinen, aber feinen Änderungen zu gestalten, solange man noch im grünen Bereich ist. Wie ein Sicherungsnetz, das Du baust, bevor die Katastrophe eintritt. Denn wenn das Stresslevel auf gefühltes Katastrophenlevel ansteigt, hast Du keine Kapazitäten mehr, um Dich um solche Details zu kümmern.
Lösung: Ist klar, oder? Warmes Licht ins Schlafzimmer und ins Bad. Das hat vor allem im Badezimmer den Vorteil: Du findest Dich selbst hübscher, wenn Du in den Spiegel schaust. Hartes, weißes Licht kann geradezu brutal sein und jeden Mitesser in den HD-Fokus setzen. Nutze warmes Licht in den Räumen, in denen Du Dich vor dem zu Bett Gehen aufhältst.
- Warmweiß (2700K – 3000K): Die klassische Lichtfarbe für Wohn- und Esszimmer, die eine warme, einladende Atmosphäre schafft.
- Extra-Warmweiß (unter 2700K)
- oder
- LED-Filament-Lampen: Diese LEDs ahmen die Optik alter Glühfäden nach und geben ein sehr warmes, nostalgisches Licht ab (oft 2700K).
- "Dim to Warm"-LEDs: Perfekt, um die Helligkeit flexibel anzupassen. Wenn Du diese Lampen herunterdrehst ändert sich die Farbtemperatur von 2700K auf warme 2200K (wie Kerzenlicht)
- in Lumen sprechen wir von einer Stärke ungefähr zwischen 200 - 400 Lumen.
Problem: Einzelzimmer (zB. im Studentenwohnheim) oder Einzimmerwohnung
Nehmen wir als Beispiel die Wohnheime in der Landesfinanzschule Brandenburg, Königswusterhausen (die ich persönlich von innen gesehen habe). Wusstest Du, dass es eine eigene DIN-Norm für den Bau von Studentenwohnheimen gibt? So viel sei verraten - bei dieser Bauform darf gespart werden. Es geht definitiv mehr um Masse als Klasse. Ich könnte eine lange Liste mit lieblos anmutenden Details schreiben. Aber sei's drum, es ist nunmal so. Jedenfalls werden in einem Wohnheim viele Einzelzimmer gebaut. Die Orientierung des Bettes ist vorgegeben. Die Größe des Zimmers ist auch für Sehschwache überschaubar - und ein Schreibtisch für das fleißige Studieren steht auch darin. So ein Glück. Dumm nur, das damit das Abschalten vom Lernen erschwert wird. Ich habe mir sagen lassen, dass die erfolgreichen Studenten NICHT jeden Tag bis in den Abend pauken. Wer sich Pausen gönnt, "erfrischt" seinen Geist und lässt dem Gehirn Zeit, gelernten Stoff zu konsolidieren. In kleinen Zimmern und Einzimmerwohnungen stehen mehrere Funktionen des täglichen Lebens notgedrungen nah beieinander. Dadurch wird alles dauerpräsent, was Du ständig vor Deiner Nase hast. Das wiederum kann dazu führen, dass Du eine Art geistigen Krampf bekommst. Und zum Beispiel schlechter schläfst, weil Du permanent vor Augen hast, was Du alles noch nicht gelernt hast. Oder sich die nächste Prüfung in Deinem Verstand zu dämonischen Dimensionen auswächst und Prüfungsangst verursacht.
Lösung: Bereiche Trennen. Wie? Zum Beispiel am Abend mit einem Paravent den Schreibtisch verdecken. Oder (in einer Einzimmerwohnung) das Schlafsofa tagsüber anders gestalten bzw. zum reinen Sofa umbauen. Unterschätze nicht die Signale, die Du Dir selbst mit Deiner Umgebung gibst. Trenne das Signal "Schlafen" klar vom Signal "Arbeiten", um Dir zumindest zeitlich im Tagesverlauf den passenden Impuls zu Deinen Vorhaben zu geben.
Problem: Du lebst in Deinem Bett / außer im Bett zu schlafen, isst, arbeitest und guckst Du Netflix im Bett
Die Hebbsche Lernregel (Synaptische Plastizität) ist das grundlegende Prinzip der Neurobiologie. Es besagt: „Neurons that fire together, wire together“. Durch wiederholte Aktivität verändern sich die Synapsen im Gehirn so, dass ihre Aktivierung in Zukunft leichter und dauerhafter vonstatten geht. Eine solche Wiederholung wird auch mit der Umgebung verknüpft, in der die Aktivität stattfindet (9). Heißt auf Deutsch: Wenn Du ein Jahr lang in Deinem Schlafzimmer ins Bett gehst, fällt es Dir wesentlich leichter, dort zu schlafen, als zu Beginn des Jahres. Ein Ort - ein Befehl an das Gehirn. Diesen günstigen Mechanismus kannst Du verwässern, indem Du am gleichen Ort andere Aktivitäten ausführst.
Lösung: Wenn Du genug Platz hast bzw. einen anderen Ort in Deiner Wohnung hast, an dem Du Essen, Fernsehen, Arbeiten kannst - dann tu es außerhalb Deines Schlafplatzes. Wenn Du keinen anderen Platz hast, ist es meiner Meinung nach umso wichtiger, wenigstens die Abendzeit "clean" zu halten. So kannst Du Dir selbst und Deinem Gehirn immerhin kommunizieren, dass Dein Bett am Abend zum Schlafen da ist - und den Ort für Dich somit auf gute Schlafhygiene konditionieren.
Problem: Du brauchst jeden Abend Deinen Absacker und eine Zigarette
Gelegentlicher Lustgewinn durch ein Bier oder eine Zigarette sollte kein Problem sein. Als dauerhafte Angewohnheit werden sowohl Alkohl als auch Tabak mit Blick auf die langfristige Balance zwischen Yin und Yang aber problematisch. Beide höhlen die Yin-Phase aus. Das bedeutet, Deine Erholung kann nicht optimal ablaufen. Man könnte meinen, Alkohol hilft beim schlafen - immerhin ratzt man nach dem Konsum fast wie von selbst. Subjektiv haben Konsumenten den Eindruck, nach Alkohol gut zu schlafen - weil sie überhaupt schlafen. Die Schlafqualität leidet aber ungemein, weil der Körper sich im Schlaf um den Abbau des Alkohols und die Reinigung der Abbauprodukte kümmern muss. D.h. anstatt beispielweise neue Zellen aufzubauen, ist er mit anderen Arbeiten beschäftigt. Spätestens der Kater nach einem Saufgelage dürfte fühlbar zeigen, das fünf Vodka-Cola keine Unterstützung Deiner Regeneration sind.
Tabak hat in Bezug auf das Einhalten der Yin-Phase Abend ebenfalls einen negativen Effekt. Tabakrauch ist neben einer Reihe von gesundheitsschädlichen Effekten stark anregend, heiß und trocknend. Diese drei Eigenschaften allein sind stark yangisierend. Sie bringen Hitze und Bewegung in ein System, das abends abkühlen (cool down) und ruhen möchte. Damit ist die "Gute-Nacht-Zigarette" definitiv kontraproduktiv, wenn Du problemlos Ein- und Durchschlafen möchtest.
Lösung: Achte erstmal darauf, ob es Dir schwer fällt, (am Abend) bewusst auf die liebgewonnenen Suchtmittel zu verzichten. Wenn es kein Problem darstellt - easy. Streiche Alkohol und Zigaretten aus Deinem gewohnten Abendritual. Solltest Du feststellen, dass Du sehr vehement diese Gewohnheit verteidigst, empfehle ich, mit einem Therapeuten zu sprechen. Denn hinter solchen "Lastern" stecken mitunter andere, unerfüllte Bedürfnisse. Als Metapher dazu: es ist, als hättest Du starken Hunger und würdest Dir mit einem Hammer auf die Hand schlagen. Der Hunger geht vor Schmerz scheinbar weg, was befriedigend ist. Aber wie befriedigend und erlösend könnte es sein, wenn Du etwas isst? Deshalb kannst Du, meiner Meinung nach, sehr von therapeutischen Gesprächen profitieren, wenn Du Dich nicht weiter mit schmerzhaften Angewohnheiten quälen möchtest.
Problem: Doom-Scrolling am Abend. Bildschirmzeit am Handy - chatten, Nachrichten, TikTok
Ob nun auf dem Tablet, dem PC, dem Smartphone oder dem Fernseher - bewegte Bilder auf leuchtenden Bildschirmen aktivieren uns. Nicht umsonst besteht Suchtgefahr. Der Neurotransmitter Dopamin wird vom Belohnungszentrum ausgeschüttet. Für die insgesamte Balance zwischen Yin und Yang zählt solch motivierende Erfahrung als Aktivität. Obwohl man im Grunde nur da sitzt, verarbeitet das Gehirn eine Menge Informationen. Diese Arbeit muss geleistet werden. Sie kostet Energie. Diese Energie muss durch Prozesse im Körper hergestellt werden. Aktive Prozesse. Wie ich es drehe und wende, es ist keine echte Entspannung, vor irgendeinem Bildschirm zu hängen. Oder sich nach Feierabend noch gedanklich mit Arbeit zu befassen. Yang-Aktivität zur Yin-Zeit führt zu Yang-Überhang.
Lösung: Es muss kein 24/7 digital detox sein. Sich aber bewusst am Abend, zum Beispiel ab 20 Uhr, von jeglichen Bildschirmen zu verabschieden, ist ein game changer. Vielleicht kannst Du alle Geräte wie Handys und Tablet zu einem festen Zeitpunkt an einen Ort legen, an dem Du sie für den Rest des Abends gar nicht erst siehst. Denn der Sog, mal eben schnell noch aufs Handy zu schauen, ist stark. Anstatt Deine Energie sprichwörtlich in Social Media zu verbrennen - könnte was passieren? Ich glaube, Du könntest Dich selbst besser kennenlernen. Wenn Du Dich nicht am Bildschirm ablenkst, bist Du ein Raum für Dich selbst. Deine Gedanken, Gefühle. Die berühmte leise, innere Stimme, ist in Ruhe besser hörbar. In Feng Shui-Sprache würde man sagen, Du gibst dem Wasser-Element Raum. Wissenschaftlich betrachtet gibst Du Deinem Parasympathikus das Signal, zu übernehmen. Wer seine Zeit regelmäßig nutzt, um derart zu entspannen, kann seine eigentlichen Bedürfnisse besser wahrnehmen. Und hat somit eine größere Chance, sein eigenes Leben aus eigener Kraft für sich positiv zu gestalten.
Problem: Abends (anstrengenden) Sport treiben
Ich schätze, vor allem (junge) Männer sind an diesem Punkt sehr anfällig. Überzogene, photogeshoppte Bilder von göttlichen Körpern strömen durch TikTok, YouTube und Instagram in unsere Köpfe. Wer kann sich ernsthaft der Scham entziehen, wenn irgendwas am Bauch schwabbelt? Wir sind nun einmal so gestrickt, das wir uns Vorbildern gleich machen wollen. Jedenfalls beobachte ich - selbst in meinem kleinen Städtchen Angermünde - dass das örtliche Gym selbst zu Schlafens- und Nachtzeiten genutzt wird. Keine Ahnung, was sich die Kollegen da in den Kopf gesetzt haben - auf Dauer kann das meiner Meinung nach nicht gut gehen. Vielleicht ist ja jemand dabei, der für 3 Monate Fitness 300.000,- EUR bezahlt bekommt, weil er in eine Rolle in einem Film spielt. Und sich leisten kann, nach dem Projekt monatelang durchzuhängen. Bei allen anderen frage ich mich - was macht ihr da? Warum?
Jedenfalls bleibe ich dabei: der Abend und die Nacht sind die Regenerationsphase des Tages. Sich in der Zeit regelmäßig die körperliche Kante zu geben, um ein freies Zeitfenster neben der Arbeit für den Muskelaufbau zu nutzen - das ist, sorry, verzweifelt, überzogen und vor allem kontraproduktiv. Wenn Du die "Zeit, in der die Muskeln wachsen", mit Training verbringst - wann sollen dann die Muskeln wachsen? Meine YouTube-Bildung sagt mir, das Mark Wahlberg abends um 21 Uhr ins Bett geht, um früh um fünf sein Workout zu machen. Er packt die Yang-Aktivität in die Yang-Zeit des Tages. Die Yin-Zeit verbringt er passiv im Bett. Für ihn funktioniert es scheinbar. Hollywood-Success mit 1000-Jahre alten Feng Shui-Erkenntnissen.
Lösung: Wenn Dir ein Job oder dein Alltag nicht erlauben, tagsüber Sport zu treiben, bedenke zuallererst Deine Stressbilanz im Ganzen. Brauchst Du neben Ausbildung, Studium oder full-time job wirklich noch ein schwer zu erreichendes Ziel wie definierte Oberarme? Es mag schwer sein, sich als nicht-idealen, vermeintlichen Schwächling selbst zu akzeptieren. Aber es wiegt weitaus schwerer, wenn Du Dich an unrealistischen Maßstäben misst und Deine begrenzten Ressourcen dafür verschwendest, irgendwie aussehen zu wollen.
Wenn Deine Maßstäbe dann etwas gemäßigt sind, achte darauf, ob Dir der Sport gut tut. Alle paar Monate gibt es einen Trend, der vermeintlich wissenschaftlich fundiert ist - und trotzdem nichts mit Deinem Leben und Dir zu tun hat. Deadlifts zum Beispiel galten als DAS Longevity-Tool, bis es Tausende ausprobiert, ihre Erfahrungen geteilt und für doch nicht soo geil befunden haben. Mir hat Anna im Lateinunterricht der 11. Klasse auf meine Federtasche geschrieben: Georg mensura est. Georg ist das Maß aller Dinge. Jahre später habe ich das so verstanden, dass ich für mich selbst der richtige Maßstab bin. Was nutzen mir ein Dutzend Meta-Studien, die von Andrew Huberman ausgewertet werden, wenn das Zeug für mich einfach nicht funktioniert? Wenig.
Deshalb betone ich in meinem Blog, wie wichtig es ist, sich an den eigenen Gefühlen zu orientieren. Denn ob ich auf logisch verpackte Ideen höre oder auf meinen eigenen Körper kann den Unterschied zwischen Himmel und Hölle machen. Schau auch beim Thema Fitness, was zu Dir passt. Du kannst Dir vertrauen.
Und zu guter Letzt ist freilich die Lösung: Wenn Du eine Trainingseinheit in Deinen Tag quetschen willst - no quetsching nach 20 Uhr. Der Morgen bietet sich als Zeitfenster an. Die Yang-Phase. Und bedenke auch den zeitlichen Stress rund um ein Workout. Plane genug Zeit zwischen Training und dem nächsten Termin ein, um entspannt von A nach B zu kommen.
6. Wie erreiche ich Schutz und Geborgenheit im Bett?
die (Königs-)Position des Bettes im Raum
Es gibt allein im Feng Shui dutzende Methoden, um den idealen Standort für das Bett zu bestimmen. Und auch innerhalb einer Berechnungsmethode wie den Fliegenden Sternen oder dem Ba Zhai gibt es wiederum verschiedene Varianten. Da Du vielleicht keine Ausbildung zum Berater gemacht hast (und allgemein Anderes zu tun hast, als chinesische Geschichte zu studieren, bevor Du Dein Bett aufstellst), gebe ich Dir den kleinsten Nenner. Egal, ob Dir 2027 ein fieser Stern durch Schlafzimmer fliegt oder Du "Dein Feng Shui Element" nicht kennst - mit dieser Basis kannst Du alles richtig machen. Als Grundlage für diesen Ansatz dienen "Si Ling". Die 4 Tiere aus der Formschule, welche im Lauf der Feng Shui-Geschichte so etwas wie die erste große Ära darstellt. Auch die Si Ling sind ein Konzept, das sich auf mehrere Ebenen anwenden lässt. Ursprünglich bezogen sie sich auf Landschaftsformationen. Das Prinzip lässt sich aber genauso auf ein Zimmer oder ein Haus anwenden. Von der Sache her geht es ganz einfach darum, dass sich ein Mensch sicher fühlen kann. Bedeutet im Umkehrschluss, dass Du 1. Dein Gefühl dazu ernst nimmst, was sich stimmig/gut anfühlt - und was nicht. Und 2., dass Du die für Dich bestmögliche Bettposition dort findest, wo Du am meisten geschützt bist. Weil die beste Position in jedem Zimmer eine andere ist und es zu viele Raumvariationen (wo ist die Tür, wo ein Fenster, wie groß...) gibt, als das ich hier alle Varianten durchspielen möchte, vermittle ich Dir das Prinzip. Denk an einen Armlehnensessel. Wer darauf sitzt, hat einen großen Schutz im Rücken, sowie links und rechts zwei Armlehnen. Er schaut nach vorn. Die Rückenlehne entspricht im Bild der 4 Tiere der Schildkröte. Hier eine Illustration, wie die (bauliche) Schildkröte auf den Menschen wirkt.
So wie ein König auf dem Thron sitzt, beschreibt die Königsposition (command position) einen Platz, der den Rücken freihält, an den Seiten Unterstützung bietet und freien Blick auf das "Herrschaftsgebiet" bietet. Im Schlafzimmer heißt das - im Idealfall - das Kopfende steht an einer Wand. Links und Rechts vom Bett ist etwas Platz. Vielleicht stehen je ein Nachtschrank an jeder Seite. Und im Bett liegend hast Du die Tür im Blick. Google einfach mal in der Bildersuche "command position in Feng Shui". Dann bekommst Du eine Idee davon, wie viele Varianten es gibt - und was in Deinem Schlafzimmer passend ist. In der Regel bekommt man das intuitiv sehr gut selbst geregelt. Wenn Du trotzdem Hilfe brauchst und in Berlin, Eberswalde oder Schwedt wohnst, komme ich Dir auch gern in Person zur Hilfe. Mit meinem Quick-Fix Special "Optimiere Deinen Schlaf" fixe ich alles, was sich in 30 Minuten machen lässt. Bundesweit schaue ich auch online auf Deinen Grundriss und finde die beste Position für Dein Bett.
Problem: Bett steht im Qi-Fluss zwischen Tür und Fenster.
Das Konzept vom Qi-Fluss mag Dir fremd sein. Es ist aber kein mystisches Eso-Zeugs. Auch hierzulande planen Supermärkte oder Festivals den Crowd-Flow. Gleiches Prinzip. Würdest Du wollen, dass jemand durch Dein Bett läuft, während Du darin schläfst? Ich stelle mir das erstmal unangenehm vor. Der Qi-Fluss beschreibt den Weg, den die Aufmerksamkeit eines Menschen geht. Also quasi Deine Energie. Du kannst Dir den Qi Fluss auch wie gefärbte Luft vorstellen. Steht Dein Bett zwischen Fenster und Tür, liegst Du sozusagen im Zug. Als guter, rational erzogener Mental-Deutscher, könnte ich an dieser Stelle einwerfen: "Ja, und? Wenn das Fenster zu ist, dann zieht da ja nix". Und auf einer Ebene hätte ich damit Recht. Fenster zu, kein Luftzug. Wo ist jetzt das Problem? Das Problem liegt darin, dass Du, ich, wir alle, als Menschen in einem Körper leben. Der ist ein großartiges Instrument. Der bekommt Sachen mit, das merke ich großenteils gar nicht mehr. Wir filtern Eindrücke und gewöhnen uns scheinbar an vieles. Nur weil ich einen Einfluss ausblende, um zu funktionieren, bedeutet das aber nicht, dass dieser Einfluss einfach aufhört, auf mich einzuwirken. Lange Rede, kurzer Sinn: Dein Körper registriert, dass Du in einem bewegten Energiefluss liegst. Im Yang. Bewegung. Möchtest Du auf dem Krankenhausflur schlafen? Ich nicht - zu viel Bewegung (und die meisten Krankenhäuser sind auch ziemlich fern von einer heilsamen Atmosphäre gestaltet). Yin und Yang machen auch vor dem Qi-Fluss keinen Halt. Es gibt bewegte Yang-Bereiche. Es gibt stille Yin-Bereiche. Ruhe und Erholung findest Du im Yin-Bereich.
Lösung: die alte Leier - wenn es Dein Schlafzimmer größentechnisch hergibt, und dadurch nicht drei neue Probleme entstehen - stelle Dein Bett in den Yin -Bereich, sh. Bilder unten. Der rote Pinselstreich zeigt den Yang-Qi-Fluss zwischen Tür und Fenster, dem Deine Aufmerksamkeit folgt, wenn Du durch die Tür kommst. Der blaue Bereich zeigt dagegen den Yin-Bereich, in dem sich Qi sammelt. Der bessere Ort zum Schlafen, wenn Du räumliches Micromanagement betreibst.
Problem: die Tür öffnet "auf das Bett" / das Bett steht so nah an der Tür, dass man beim Betreten des Zimmers "ins Bett fällt"
Hier liegt die Problematik darin, wie sicher Du Dich fühlen kannst, wenn Du im Bett liegst. Je stärker das Körpergefühl von "hier bin ich sicher", desto erholsamer der Schlaf. Je erholsamer der Schlaf, desto entspannter und präsenter bist Du im Alltag, in Beziehungen und auf Arbeit. Wenn ich nun in meinem Bett liege und jeden Moment könnte die Tür aufgehen, jemand eintreten und mich unvermittelt - ich sag mal, anfassen - ist mein Körper darauf vorbereitet. Es spielt keine Rolle, ob ich schon 5 Jahre allein dort lebe und eigentlich gar niemand durch die Tür kommen könnte (und bisher auch nicht gekommen ist). Ich schlafe einen Tick besser, tiefer, erholsamer, wenn ich aus einer Königsposition heraus die Tür im Blick habe - und damit mehr Zeit zum Reagieren hätte.
Im Internet finde ich bei meinen weltweit verteilten Feng Shui-Kollegen und Kolleginnen zu diesem Thema leicht ominös wirkende Aussagen. Diese Konstellation sei die "Coffin-Position", also die Sarg-Position. Und jeder im Business würde diese Position unter diesem Namen kennen, und überhaupt, alle alten Meister fänden das ganz schlimmes Qi. Solche Aussagen machen mir einerseits das Leben schwer. 1. Weil jeder vernunftbegabte Mensch skeptisch wird, wenn er sowas hört und das Thema Feng Shui damit einen unseriösen Anstrich bekommt. Es wird schnell abgetan und nicht ernst genommen. 2. Vielleicht haben die Kollegen das in ihrer Ausbildung von ihrem Lehrer gehört - und behaupten nun, "everyone in the industry" würde das so sehen. Weit gefehlt. Ich glaube, in jedem Feld ist die Aufgabe, eigene Erfahrungen zu machen und die eigene Expertise, die eigene Erfahrung damit kund zu tun. Gerade im Internet zu behaupten, das würden ja alle so sehen, wirkt wie das Verbreiten einer Lüge und führt zu Missverständnissen. 3. Haben die Kollegen meiner Meinung nach ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Selbst die selbsternannten "professionals" und "master" geben keine handfeste Erklärung. Was ist denn jetzt der eigentliche Grund dafür, dass die Tür vorm Bett ungünstig ist? Ich finde, wer das nicht klar sagen kann, hat es mit seinem Wissen noch nicht in die Praxis geschafft.
Andererseits, gibt mir diese unreife Handhabung die Gelegenheit, mich hervorzutun. Ich habe mit der Frage, ob es da wirklich einen Effekt gibt, lang und breit gerungen. Meine Erkenntnis: der Effekt ist sehr subtil. Keiner stirbt daran, wird von "bösem Qi" oder dem Zombie der wiederauferstandenen Ahnen gefressen. Er kann auf lange Sicht aber der sprichwörtliche, stete Tropfen sein, der einen stabilen Stein aushöhlt. Wie? Indem er mich leicht nervös macht. Allein genommen hat das keine große Auswirkung. Bin ich in einer Krise oder einer stressigen Phase, in der ich ohnehin schon "die Nerven verloren" habe, legt dieser Effekt noch eine Schippe obendrauf. Deshalb mache ich mir das Leben letztlich schwerer, wenn ich den ungünstigen Einfluss nicht behebe, solange ich ihn noch gut und einfach beheben kann.
Lösung: Wenn der Platz im Zimmer das hergibt, erwäge eine Position des Bettes, in der die Tür nicht direkt auf den Schlafplatz öffnet.
Problem: keine Wand am Kopfende
Dieses Thema ist für private Schlafzimmer selten relevant. Wer nicht gerade ein Tantra-Zimmer in Berlin gestaltet, um in sinnlicher Seide auf dem Boden zu... naja, irgendwann zu schlafen, der hat wahrscheinlich ein Bett mit dem Kopfende an der Wand. Ich denke an Hostels oder Jugendherbergen mit Gruppen-Schlafsälen. Dort habe ich gesehen, dass (Doppelstock-)Betten frei im Raum stehen. Ich frage mich, warum Menschen scheinbar weltweit dazu tendieren, mit dem Kopf an einer Wand zu schlafen. Ein evolutionsbiologischer Ansatz könnte sinnvoll sein, um das zu erklären. Hals und Kopf sind sensible Bereiche unseres Körpers. In Kulturen, in denen Menschen keine Unterlage oder ein Kissen zum Schlafen hatten, haben sich einige Techniken entwickelt, um den Kopf während des Schlafens von Boden abzuheben. Kopfstützen aus Holz, oder das Aufstellen des Unterarms, zum Beispiel. So kreucht und fleucht nicht gleich jedes Tier und Insekt auf den Mund oder in die Nase. Die Kopf- und Nackenpartie außerdem durch eine externe Barriere vor Angriffen zu schützen, ist wohl ein uralter Überlebensinstinkt des Menschen. Solltest Du, aus mir unbekannten Gründen, Dein Bett frei in den Raum stellen, könnte das beim (Ein-)Schlafen zu einem schwer fassbaren, mulmigen Gefühl führen. Dein Körper fühlt sich ungeschützt und das bereitet ihm Unbehagen. Er bleibt in Hab-Acht-Stellung, was dazu führt, dass die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse über Nacht nicht vollständig deaktiviert werden kann. Dadurch bleibt der Cortisolspiegel langfristig erhöht, was sich wiederum in Dauerstress äußert, der alle Bereiche des Lebens etwas mehr "cringy" werden lässt. Kleines Gefühl, großer Negativ-Effekt.
Lösung: Wenn Du ein Zimmer mit Wänden hast, stelle Dein Bett mit dem Kopfende an eine Wand. Solltest Du, zum Beispiel, in einem Gruppenraum wie in einer Jugendherberge schlafen, in dem viele Betten frei im Raum stehen - bastel Dir ein Kopfteil. Eine große Pappe, ein Brett oder große Sofakissen können Dir in der Situation immerhin ein besseres Sicherheitsgefühl geben.
Problem: bei geöffneter Zimmertür liegst Du (mit dem Kopf) hinter der Tür
Denken wir an den Armlehnensessel. An sich ist er sehr gemütlich. Was aber, wenn er direkt vor einer Wand steht, mit dem Blick auf die Wand? Ich sehe nicht, wer den Raum betritt. Für unseren Überlebensmechanismus ist das extrem gruselig. Selbst wenn ich mir sicher bin, dass niemand außer meiner Familie zuhause ist - das erfasse ich mit dem Verstand. Neurobiologisch betrachtet ist bei dieser bewussten Überlegung wahrscheinlich der Präfrontale Cortex aktiv. Der Überlebensinstinkt "sitzt" aber im limbischen Gehirn und aktiviert die Amygdala. Das soll heißen, selbst wenn ich tagesbewusst denke, dass ich sicher bin, arbeitet mein Überlebensprogramm. Steht das Bett genau hinter der Tür, dann ist allein der Umstand, das ich nicht direkt sehen kann "was auf mich zukommt", ein Aktivator für das Instinktsystem Überleben. Möchtest Du am Leben bleiben? Ich schon. Um das zu bewerkstelligen, mobilisiert der Körper Energie und möchte Durchhalten. Das Halten ist ein Festhalten. Mag es auch subtil sein, auf Dauer ist es kräftezehrend. Außerdem ist es eine Aktivität, damit Yang, und hat in einer optimalen Yin-Phase für erholsamen Schlaf nichts zu suchen.
Ich kenne dieses Problem vor allem aus Kinderzimmern in Plattenbauten. Sie sind sehr schmal geschnitten. Der bewegte Qi-Fluss der Aufmerksamkeit verlässt das Zimmer direkt durch das Fenster, sobald man das Zimmer betritt. Der einzige Platz für ein (Einzel-)Bett ist links oder rechts längs an der Wand.
Lösung: Wenn das Bett keinen anderen Platz hat, als mit der Längsseite an dieser Wand zu stehen, gibt es eine Minimallösung. Sie lautet, zumindest das Kopfteil zu drehen. So, dass die im Bett liegende Person sehen kann, wer durch die Tür kommt. Damit ist die Position des Bettes noch immer suboptimal, da ja nun die Tür sich annähernd auf Bett öffnet (sh. oben). In kleinen Zimmern muss man oft zwischen zwei Übeln abwägen. In diesem Fall würde ich das Bett auf der Rückseite der Tür belassen, da diese Position die Vergleichsposition übertrumpft. Hier öffnet sich nur die Rückseite der Tür zum Bett, sodass der Standort immerhin mehr Yin-Charakter im Vergleich zur Position an der gegenüberliegenden Wand hat. Siehe Bilder unten. Links: das Bett steht rechts hinter der sich öffnenden Tür. (Was schonmal besser ist, als würde das Bett auf gleicher Höhe links an der gegenüberliegenden Wand stehen.) Rechtes Bild: beste Option ist es, das Bett von der Tür abzurücken, gleich ob links oder rechts an der Wand.
Problem: Sha Qi - spitze Ecken und Kanten zeigen auf Dich, wenn Du schläfst.
Der formidable Überlebensinstinkt Deiner Neanderthaler-Vorfahren kennt keine Pause. Tatsächlich können spitze Ecken und scharfe Kanten (unbewusst) als Bedrohung erlebt werden. Eine Feng Shui-Beraterin aus Hamburg machte dazu eine Vorführung. Ich, als einer von zwei Freiwilligen, durfte einem Mann ein Samurai-Schwert vor die Brust halten. Ähnlich wie auf dem Bild unten. Dann sollte er eine einfach Mathe-Aufgabe lösen, wie er es eine Minute vorher schon einmal getan hatte. Alas, es fiel ihm schwer. Er, oder wenn man so will, sein Gehirn, war zu sehr mit dem spitzen Gegenstand beschäftigt, der empfindlichst seine körperliche Sicherheitszone infiltriert hatte. Das war wunderbar anschaulich. Auch Spitzen und Kanten von Möbelstücken, die beim Schlafen einen gewissen Sicherheitsabstand unterschreiten, lösen Unbehagen aus. Einerseits können sie im Falle von hektischen Bewegungen wie beim "Oh mein Gott, ich hätte vor 10 Minuten auf Arbeit sein müssen-Schock" oder dem wilden Wechsel von einer leidenschaftlichen Sexstellung in die andere tatsächlich zu Unfällen führen. Wenn man sich daran stößt. Andererseits ist die schiere Möglichkeit, sich daran weh zu tun, für den Körper ein Alarmsignal. Das Signal wird lauter, je näher die Kante dem Augapfel kommt. Im Feng Shui nennt man das Prinzip des "Giftpfeils", der auf einen Körper zuschießt, Sha Qi. Schlechtes Qi. Eben weil der betroffene Körper sich angegriffen fühlt und wie der Mann aus Hamburg im Beispiel oben, verkrampft. In diesem Zustand wiederum, erbringen wir keine guten Denkleistungen und bringen auch keine optimale Nachtruhe zustande.
Lösung: Im Idealfall achtest Du schon beim Einkauf des Nachtschranks darauf, dass er abgerundete Ecken hat. Wenn die Anschaffung schon passiert ist, kannst Du bei diversen Onlinehändlern sogenannten Eckenschutz oder auch Kantenschutz kaufen. Der ist günstig und rundet scharfe Ecken ab.
Problem: Symbole von Mord und Totschlag über dem (Doppel-)bett
Da ich gerade beim Samurai-Schwert bin, noch ein letzter Hinweis.
Moment- Du hast bis hierher gelesen? Cool, das freut mich. :) Nenn mir das Stichwort "Sha Qi", und Du bekommst 10 EUR Rabatt auf meine Schlaf-Optimieren-Aktion sowie 100,- EUR Rabatt auf Module 1 und 2.
Warum auch immer, könnte ein Paar sein Schlafgemach mit Waffen schmücken wollen. Vielleicht haben sie sich im Budo-Verein kennengelernt und wollen die marsisch-martialische Energie in den Matratzensport daheim übertragen. Geile Sache. Gerade bei Paaren, die sich ein Bett teilen, kann die Symbolik allerdings zu weiteren Kämpfen führen. Meiner Erfahrung nach sind Streitereien im Bett aber besonders unangenehm. Vor allem Abends, vor dem Einschlafen. Wer seine Partnerin oder den Partner so richtig fertig machen möchte, der fängt abends im Bett einen Streit an, gerade als die Partner*in beginnt wegzudösen. Fieser Moment, fieser Ort. Warum ? Weil wir uns gut aufgehoben und sicher fühlen wollen, um die Schutzpanzer des täglichen Lebens abzulegen und uns als weiches, verletzliches Menschenwesen zur Ruhe zu betten. Hier und jetzt angegriffen zu werden, und sei es nur verbal, geht tief rein und ist verletzender als Streit an anderer Stelle zu anderer Zeit.
Lösung: Du hast doch bestimmt vom viel beschworenen Säbelzahntiger gehört, oder? Der wird oft in Erklärungen zu körperlichem Stressempfinden und Traumata herangezogen. (Ich meine, er wurde durch Peter Levine im Rahmen seiner therapeutischen Arbeit "Somatic Experience" populär). Jedenfalls geht es darum, dass das menschliche Gehirn auf Bilder ähnlich oder genauso reagiert, wie auf physisch reale Gefahren. Das Bild eines Säbelzahntigers kann die gleiche Kaskade an neurochemischen Reaktionen im menschlichen Gehirn verursachen wie ein echter Löwe drei Meter neben mir. Übertragen wir das mal auf die symbolischen Bilder in Deiner Umgebung. Wenn Du als Mensch nun einmal so gestrickt bist, dass Du gar nicht anders kannst, als beim Anblick Deiner Umgebung irgendwelche Emotionen und Kopfkinofilme zu erleben - warum das nicht nutzen? Ich glaube, aufgrund dieses Effektes wollen wir "ein schönes zuhause, wo man sich wohlfühlt". Intuitiv bekommt es jeder mit, ob ein Raum "aah" macht oder "uuäärgs". Feng Shui ist das krasseste System überhaupt, um solche Wirkungen der Umgebung auf den Menschen zu erfassen - und jedem individuell das für ihn Beste Erlebnis zu gestalten.
Im Schlafraum solltest Du jedenfalls weniger starke Reize setzen. Denn es ist der Yin-Ort Deines Lebens für die Yin-Zeit Deines Tages. Wenn Du symbolträchtige Gegenstände wie Poster oder Skulpturen nutzt, stelle sicher, dass sie positive Reaktionen auslösen - was auch immer Du mit dem Objekt verbindest.
Quellen:
(1)
(2) NORVIO-Analyse (2025): Schlafstörungen in Deutschland: Zahlen & Statistiken 2025.
(3) Damaris & Stotter (2021): Schlaf und Resilienz. Diplomarbeit an der Medizinischen Universität Graz.
(4) https://www.selbst.de/ortungsgeraete-im-test-1192.html
(5) https://www.fhi.no/en/news/2026/no-health-effects-from-radiation-from-mobile-phones-or-wireless-networks/
(6) Hallberg O, Johansson O. Sleep on the right side-Get cancer on the left? Pathophysiology. 2010 Jun;17(3):157-60. doi: 10.1016/j.pathophys.2009.07.001. Epub 2009 Aug 3. PMID: 19647986.
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19647986/
(7) https://www.luftanalyse-zentrum.de/lexikon/krank-durch-wohngifte
(8) https://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm
Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA Lärm)
(9) https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0959438825000273#bib2
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